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 [ 11 Beiträge ] 

Würden Sie verunreinigtes Wasser trinken, wenn dadurch keine Gesundheitsgefährdung besteht?
Umfrage endete am Sonntag 12. April 2009, 10:36
Ja 9%  9%  [ 1 ]
Wenn ich keine andere Wahl hätte 45%  45%  [ 5 ]
Nein 45%  45%  [ 5 ]
Weiß nicht 0%  0%  [ 0 ]
Abstimmungen insgesamt : 11
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BeitragVerfasst: Sonntag 29. März 2009, 10:36 
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Hallo!
Zitat:
Dilemma mit Grenzwerten

In Österreich gibt es eine hohe Sensibilität hinsichtlich Umwelt- und Naturschutz. Aus diesem Grund gibt es auch eine laufende, strenge Überwachung der Gewässergüte. Besonders streng ist dabei der Grenzwert für Pestizide im Grundwasser.
Ab einem Wert von 0,1 µg pro Liter (= ein zehnmillionstel Gramm) ist der Grenzwert überschritten. Die Giftigkeit von Stoffen wird mit dem LD50-Wert angegeben, er bedeutet, dass bei einer bestimmten Menge 50 % der Versuchstiere sterben. Im Tierversuch beträgt der LD 50 Wert für Bentazon 1100 mg/kg Körpergewicht.
Überträgt man diesen Wert auf den Menschen würde man mit 50 % iger Wahrscheinlichkeit sterben, wenn man 88 g Bentazon zu sich nehmen würde. Um 1 g Bentazon einzunehmen, müsste man 10 Millionen Liter = 10.000 m³ zu sich nehmen. Für die LD-50 Dosis muss man die 88-fache Menge konsumieren (880.000 m³).
Der Grenzwert ist praktisch ein Nullwert.


Kommentar von Ing. Franz Reisecker, Vizepräsident der OÖ LWK, in "Der Bauer" Nr. 13 von 25. März 2009
Nun, das in der Position des Kammervizepräsidenten Trinkwasserbeeinträchtigungen schöngeredet werden, ist irgendwie logisch. Auch sind in dieser Funktion gewisse politische und ideologische Scheuklappen zu erwarten. Dafür aber, daß Grenzwerte für Gesundheitsschäden mit der tödlichen Dosis verglichen werden, dafür ist meines Erachtens auch Schweigegeld nötig. Genausogut könnte man im Strafvollzug Körperverletzungsdelikte außer Acht lassen und nur mehr Verbrechen mit Todesfolge ahnden ...
Die Grenzwerte sind nicht grundlos niedrig angesetz! Und, wenn ich es mir aussuchen kann, würde ich auf alle Fälle das Wasser ohne Pflanzenschutzmittelrückstände trinken, auch wenn durch jenes mit Rückständen noch keine unmittelbare Gesundheitsgefährdung auftritt.

Gruß F

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BeitragVerfasst: Sonntag 29. März 2009, 11:00 
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Hallo Fadinger!

Ja, ich gebe dir vollkommen Recht! Ich finde auch, das die Sache ein großes Problem darstellt, das man nicht einfach so schönreden sollte. Immerhin entstehen ja jetzt, wie im Moment groß in den Medien, bereits sehr hohe Kosten aufgrund der Rückstände im Grundwasser, zb in Enns.
Zeit mir wieder einmal, wie abhängig der (kon.?)Landwirt heute von den Chemiewerken ist! Denn man muß den Herstellern halt einfach vertrauen, das die Spritzmittel unbedenklich sind, oder sie halt nicht benützen. :?

Jetzt sind natürlich wieder die Bauern die dummen, die nun in den Medien als Sündenbock herhalten müssen! Ich fürchte, das in naher Zukunft noch mehr solche Fälle auftauchen werden, da vielerorts der Eintrag in Grundwasser sehr langsam vor sich geht und kombinationen verschiedener Wirkstoffe erst im Boden neue Substanzen entstehen lassen?

Die Sache zeigt mm nach, das man die Ergebnisse der PSM Zulassungen nur bedingt ernst nehmen kann!(für mfj, der hier wohl auch mitliest: das gilt auch für die GVO...) :evil:

Auch in den Medien: Das Grundwasser der Traun-Enns-Platte ist mit überhöten Nitrat und Nitritwerten belastet. Hier gibt man die Schuld natürlich auch den Bauern, jedoch sollen angeblich Gülle und Jauche schuld sein(Handelsdünger natürlich nicht?)! Komisch find ich, das gerade in dieser Region viele Bauern jammern, das sie vom Öpul und der Nitratrichtlinie zu sehr in ihrer Leistungsfähigkeit beschränkt werden... :x

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BeitragVerfasst: Sonntag 29. März 2009, 11:05 
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@Fadinger
Ich verstehe ja das dies wieder ein großer Aufreger in den Medien ist! Die Ursache, warum Basagran ins Grundwasser vordringen konnte wurde noch nicht geklärt oder wird auch nie zu klären sein. Ich vermute menschliches Versagen durch unsachgemäße Anwendung oder Schlamperei.
Leider ist´s wie immer in solchen Fällen, wenige einzelne bauen Mist und den Imageverlust müssen dann alle Bauern mittragen!
MfG Hubsi


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BeitragVerfasst: Sonntag 29. März 2009, 11:18 
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@Hubsi

Also ich kenn mich ja da nicht so aus, aber in den Medien schreiben sie von: "Bentazon", das angeblich nur bei Soja genen ein bestimmtes Beikraut angewandt wird .:(

Kann nicht auch sein, das die Substanzen sich nicht, wie von den Herstellern gepredigt, sich "biologisch abbauen" sondern halt im Boden doch sehr lange halten? Ist ja nur so eine Vermutung von mir.

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BeitragVerfasst: Sonntag 29. März 2009, 11:32 
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Ich schließe mich Fadinger und leitn zu 100 % an!
Der Umgang mit Tier und Erde ist ja auch ein Grund, warum ich schon vor mehr als zwanzig Jahren auf BIO umgestiegen bin.
Damals gab es Berichte über ein Region in D, wo das Trinkwasser durch die konv. Landwirtschaft so vergiftet war, daß der Konsum desselben verboten wurde. Es mußte in Tankwagen an die Haushalte geliefert werden!
Babies waren besonders gefährdet.

Fadinger, ich glaube, da reiten sehr, sehr viele auf einem toten Pferd :grindev:

"... daß Grenzwerte für Gesundheitsschäden mit der tödlichen Dosis verglichen werden ..." => da ist nicht nur das Pferd tot, sondern auch der Reiter :bgdev:


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BeitragVerfasst: Sonntag 29. März 2009, 12:10 
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Hallo!
hubsi OÖ hat geschrieben:
@Fadinger
Ich verstehe ja das dies wieder ein großer Aufreger in den Medien ist! Die Ursache, warum Basagran ins Grundwasser vordringen konnte wurde noch nicht geklärt oder wird auch nie zu klären sein. Ich vermute menschliches Versagen durch unsachgemäße Anwendung oder Schlamperei.
Leider ist´s wie immer in solchen Fällen, wenige einzelne bauen Mist und den Imageverlust müssen dann alle Bauern mittragen!
MfG Hubsi
Das Mittel heißt "Basagran", der Wirkstoff "Bentazon".
Die Ursache ist sehr wohl bekannt: Sie besteht in der Abtrift infolge entweder zu wenig oder nicht vorhandener Blattmasse ("verbeugende" Spritzung, die jedoch wirkungslos ist) oder einer zu hohen Aufwandmenge. Der Wirkstoff ist im Boden sehr mobil und kann bei ungünstigen Verhältnissen leicht ins Grundwasser ausgewaschen werden. Dieser Umstand ist auch dem Hersteller bekannt! Es wird jedoch nicht entsprechend darauf reagiert. Auch die Verantwortlichen beschwichtigen. Von denen würde ich mir zB. erwarten, das die Anwendung in den betroffenen Gebieten oder bei kritischen Boden- und Witterungsverhältnissen untersagt, oder generell die Aufwandmenge reduziert wird.

Gruß F

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BeitragVerfasst: Sonntag 29. März 2009, 14:57 
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Fadinger hat geschrieben:
das die Anwendung in den betroffenen Gebieten oder bei kritischen Boden- und Witterungsverhältnissen untersagt, oder generell die Aufwandmenge reduziert wird.

Das wird wohl so kommen müssen, leider ist´s notwendig, dadurch wird aber das freie Bauerntum immer mehr eingeschränkt durch Gesetze und Kontrollen!
MfG Hubsi


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BeitragVerfasst: Sonntag 29. März 2009, 16:41 
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liebe bios und else wie solls in zukunft mit dem sojaanbau ausschauen?kommst du zu mir unkrautheidln??

der schaden inkl. die kosten muss die spritzmittelfirma zahlen ganz klar, der landwirt ist nutzer und kann sich ja auch nur an die anleitung halten


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BeitragVerfasst: Sonntag 29. März 2009, 19:04 
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Hallo!
hubsi OÖ hat geschrieben:
Fadinger hat geschrieben:
das die Anwendung in den betroffenen Gebieten oder bei kritischen Boden- und Witterungsverhältnissen untersagt, oder generell die Aufwandmenge reduziert wird.
Das wird wohl so kommen müssen, leider ist´s notwendig, dadurch wird aber das freie Bauerntum immer mehr eingeschränkt durch Gesetze und Kontrollen!
MfG Hubsi
Nun, wenn diese Auflagen im Zuge des Zulassungsverfahrens festgeschrieben werden, sehe ich da eigentlich keine Einschränkung des "freien Bauerntums". Eher habe ich ein Problem damit, wenn die Bauernschaft pauschal für die Grundwasserverschmutzung verantwortlich gemacht wird. Oder wäre es wirklich so schlimm, wenn zB. die Anwendung abdriftgefährdeter Spritzmittel nur mehr in Kombination mit Netzmittel gestattet ist?

Gruß F

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BeitragVerfasst: Sonntag 29. März 2009, 20:05 
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Fadinger hat geschrieben:
Oder wäre es wirklich so schlimm, wenn zB. die Anwendung abdriftgefährdeter Spritzmittel nur mehr in Kombination mit Netzmittel gestattet ist?


Da bin ich ganz bei dir...
MfG Hubsi


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BeitragVerfasst: Sonntag 29. März 2009, 20:44 
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So manche Verunreinigung fällt aber sicher in das Verschulden der Bauern! Man sieht die schlechten Beispiele leider noch zu häufig. Hab selber einen Bauern im Ort, der sich das Jauchefaß von mir leiht. Von dem hör ich des öfteren den ganzen Herbst nix und mitte Dezember ruft er auf einmal an und meint: i brauchat des Fassl, mei Gruabm is blattlebm vio! :roll:
Da hat er dann den ganzen Herbst "ka Zeit ghabt"! :twisted:

Ich bin überzeugt, das es bei der Ausbringung von PSM ebenfalls noch so einige schwarze Schafe gibt. Die gibt es halt noch zu belehren ;)
Das PSM Hersteller zur Kasse gebeten weden sollen, ist wohl nur eine Wunschvorstellung? Auch wenn das sicher richtig wäre, wird das wohl(in ö) nie der Fall sein?

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