Diskussionen zum Schwerpunkt Landtechnik

Bezugsquelle für Zündfix

Sonntag 5. Dezember 2010, 02:45

Hallo!

Ach, wo sind die Zeiten, wo die "Brandl" um 70,- Öslinge an jeder Tanke zu haben waren ... :grosseaugen:
Nicht, daß der aktuelle Preis von etwa 15,- Euronen so das Thema wäre, auch zu bekommen sind sie (meist auf Bestellung) doch noch irgendwie, aber scheinbar ginge es auch anders.
Ich habe nämlich vor einigen Jahren mal auf einen Teilemarkt Diesel-Zünder gekauft, 100 Stück für 1,50, also eine Bagatelle. Damals hatte ich leider in die Qualität kein allzu großes Vertrauen, und so kaufte ich nur zwei Dosen mit den gängigen Größen 5 und 6mm. Ich vermutete nämlich hinter der einfachen Bezeichnung "Diesel-Zünder" und dem Hersteller/Vertreiber "Techno-Commerz" irgendwelche DDR-Altbestände. Jedoch war die Qualität einwandfrei, die letzen davon habe ich dieser Tage "verfeuert", und so ist mir irgendwie leid, daß ich bei der damaligen Gelegenheit nicht richtig zugegriffen habe.
Da ich die letzten Jahre kaum mehr auf Teilemärkte gekommen bin, wäre es auch möglich, das dieser deutsche Standler diese Zündfix noch öfter angeboten hat, bzw. noch anbietet.
Es handelt sich dabei um Brandl aus leicht rosa Trägermaterial mit grauen Zündstoff.
Vielleicht kennt Lutz diese Diesel-Zünder, vielleicht sogar Hersteller/Bezugsquelle? :doggitail:

Gruß F

Re: Bezugsquelle für Zündfix

Sonntag 5. Dezember 2010, 12:13

Servus Fritz,

EUR 1,50 ist natürlich ein Wahnsinnspreis!

Ich kaufe die "herkömmlichen" - für meine Jenbacher und Warchalowski benötige ich die 5mm - in Graz bei Gady um EUR 12,90!

LG
Manfred

Re: Bezugsquelle für Zündfix

Sonntag 5. Dezember 2010, 12:18

Diesel Zünder was ist den dass wieder??
Kann da bitte jemand genau erklären von was ihr sprecht! Danke!

Re: Bezugsquelle für Zündfix

Sonntag 5. Dezember 2010, 12:45

Servus Bergbauer,

Zündfix - auch "Tschik" genannt - sind Starthilfen, die bei Motoren eingesetzt wird, wo keine Elektrik - also auch keine Glühkerze - vorhanden ist; so z. B. bei Standmotoren oder "alten" Traktoren, Feldbahnlokomotiven etc.

Die Zündfix werden anstatt der Glühkerze mittels Zündluntenhalter eingeschraubt und sind meist selbstzündend.

LG
Manfred

Re: Bezugsquelle für Zündfix

Sonntag 5. Dezember 2010, 14:12

Hallo!
M. Böckl hat geschrieben:Zündfix - auch "Tschik" genannt ...
Ja, genau, der "Glimmstengel" für den Dieselmotor ...
Zündfix.jpg
Zündfix.jpg (14.48 KiB) 2791-mal betrachtet
Waren früher in jeden Lagerhaus erhältlich ...

Gruß F

Re: Bezugsquelle für Zündfix

Sonntag 5. Dezember 2010, 14:30

@Bergbauer

Vielleicht kennst Du den Film "Der Flug des Phönix" mit James Stewart, Hardy Krüger uva.?

Da spielen die "Tschik" mit einem etwas größeren Durchmesser sogar eine große dramaturgische Rolle fürs Happy End!

Re: Bezugsquelle für Zündfix

Sonntag 5. Dezember 2010, 15:07

Hallo,

Fadinger hat geschrieben:Vielleicht kennt Lutz diese Diesel-Zünder, vielleicht sogar Hersteller/Bezugsquelle?


Ich kenn die leider überhaupt nicht, weder von der Bezeichnung noch von der Handhabung :oops: .
Ehrlich gesagt, habe ich sowas nie verwendet und muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nichtmal einen Dieselmotor kennenlernen durfte, der so gestartet wird.
Gehört habe ich das von den alten Lanz Traktoren, selber praktiziert nie.
Ich bin mit Vorglühanlagen groß geworden, dass ist aber der DDR geschuldet. Es hatte ja fast Keiner einen eigenen Schlepper, schade eigentlich...

Re: Bezugsquelle für Zündfix

Sonntag 5. Dezember 2010, 19:41

Hallo!

Also, ich kann die Zündis vom Stihl-Rapid Einachsschlepper, den ich aber schon verkauft habe. Ein paar der Glimmstängel könnten aber noch irgendwo herumliegen... :?

Re: Bezugsquelle für Zündfix

Sonntag 5. Dezember 2010, 20:07

ein paar Beispiele für den Zündfixeinsatz:

http://www.youtube.com/watch?v=38w_lV4qRN0&feature=fvw
http://www.youtube.com/watch?v=vGJgnrU5yRQ
http://www.youtube.com/watch?v=0NIF3Pjm ... re=related

@lutz
auch die DDR-Landtechnik war auf Zündfix angewiesen: z.B. der Aktivist
http://www.youtube.com/watch?v=SYttTzW4 ... re=related

Re: Bezugsquelle für Zündfix

Sonntag 5. Dezember 2010, 20:13

Sebastian hat geschrieben:@lutz
auch die DDR-Landtechnik war auf Zündfix angewiesen: z.B. der Aktivist


...also, ich bin ja schon ein ziemlich alter Sack, aber der Aktivist oder auch "Brockenhexe" waren doch schon etwas vor meiner aktiven Zeit.
Kennen tu ich aber die Geräte noch aus Kindertagen.

Re: Bezugsquelle für Zündfix

Montag 6. Dezember 2010, 18:10

felix hat geschrieben:
Sebastian hat geschrieben:@lutz
auch die DDR-Landtechnik war auf Zündfix angewiesen: z.B. der Aktivist


...also, ich bin ja schon ein ziemlich alter Sack, aber der Aktivist oder auch "Brockenhexe" waren doch schon etwas vor meiner aktiven Zeit.
Kennen tu ich aber die Geräte noch aus Kindertagen.



wie waren deiner Meinung nach die DDR-Traktoren allgemein in punkto Robustheit und wartungsfreundlichkeit? würd mich interessieren!

Sind heute noch viele im Einsatz oder werden sie mit der Zeit alle durch Fendt und co ersetzt?

Gruss
Matthias

Re: Bezugsquelle für Zündfix

Montag 6. Dezember 2010, 20:46

Guten Abend,

ja robust waren die schon, jedenfalls die ZT 300 und 301, die mussten teils sehr viele Straßenkilometer absolvieren.
Die Motoren kamen von IFA Ludwigsfelde und waren auch im W 50 Lkw verbaut.
Schwachstelle war meines Wissens nach die Kopfdichtung, die haben wir öfter mal gemacht. Das lag aber auch daran, dass man den Kopf teils nicht planen konnte weil keine Maschinen oder Werkstätten dafür da waren.
Dann wurden ja sehr viele Weißrussen gefahren, Belarus halt und die haben bekanntlich die Stürme der Zeit überlebt.
Ansiedeln tun sie sich aber sehr schwer, hin und wieder sehe ich einen, bei so Kleinbauern eben.

matthias31 hat geschrieben:Sind heute noch viele im Einsatz oder werden sie mit der Zeit alle durch Fendt und co ersetzt?


Ja, dass trifft wohl zu. Die "Schmiedefelder Alm GmbH" und die Agrargenossenschaft "Saalfelder Höhe" fahren Fendt.
Im Unterland sind John Deere flächendeckend, dass mag aber daran liegen, dass dort die Hauptvertretung Thüringens angesiedelt ist.

Re: Bezugsquelle für Zündfix

Montag 6. Dezember 2010, 21:49

ich sehe auf youtube relativ viele Videos von den ZT, die noch laufen, aber auch viele Leichen.
Interessant für mich ist der RS 09 und seine witzigen Abarten (Lader usw), weil der ja einen netten Bezug zu Österreich hat - Er hat den MOtor vom Warchalowski (dem 20er) bzw. seinen Lizenzbau als Kraftquelle

kommt das Geräusch jemandem bekannt vor?

http://www.youtube.com/watch?v=fkDo8gl4RYI
http://www.youtube.com/watch?v=AKw08Gmkeks

Re: Bezugsquelle für Zündfix

Dienstag 7. Dezember 2010, 10:28

Hallo!
felix hat geschrieben:Ehrlich gesagt, habe ich sowas nie verwendet und muss zu meiner Schande gestehen, dass ich nichtmal einen Dieselmotor kennenlernen durfte, der so gestartet wird.
Gehört habe ich das von den alten Lanz Traktoren, selber praktiziert nie.
Ich bin mit Vorglühanlagen groß geworden, dass ist aber der DDR geschuldet. Es hatte ja fast Keiner einen eigenen Schlepper, schade eigentlich...
Da fehlt Dir ja dann fast ein Kapitel "technische Geschichte" ... ;)
Bei uns waren viele Dieselmotore auf Brandl ausgelegt, vor allem jene, die per Hand angeworfen wurden. Also die meisten Standmotore, einige Traktore (etwa auch der Steyr T80 mit 6-Volt-Anlage), aber auch der Jenbacher Kompressor auf der Baustelle.
Nur der englische Viktor-Diesel von der UNRA-Hilfe wurde mit einen "Stamperl" Öl gestartet, um die Kompression zu erhöhen.
Der luftgekühlte Warchalowski "Austo-Diesel" besitz neben einen Dekompressor auch keine Starthilfeeinrichtungen.
Übrigens: Der Glühkopfmotor vom Lanz- Bulldog (und der russische Lanz-Nachbau von Ursus) ist wieder ein anderes Kapitel. Bei diesen wurde nicht wie bei Zündfix oder Glühkerze direkt in der Vorkammer Wärme erzeugt, sondern mit der klassischen Bartels-Lötlampe der Glühzapfen von außen angewärmt. War der in die Vorkammer ragende Zapfen heiß genug, zündete der eingespritzte Kraftsoff, wenn der Motor "angeschaukelt" wurde. Dies war eine weitere Eigenheit der Diesel-Zweitakter, welcher der Lanz Bulldog ja ist. Üblicherweise wurde das Lenkrad zum Starten verwendet, auf dem kein Kurbelgriff montiert war. Zweitaktdiesel laufen auch "andersherum" oder können "schaukeln", das heißt der Motor läuft keine volle Umdrehung, sondern dreht kurz vorm oberen Totpunkt um. Gibt man dann Gas, fängt der Motor wieder richtig zu Laufen an.
Der 9er Lindner ist auch so ein Zweitaktdiesel mit vielen Eigenheiten. Er verfügt zwar über einen elektrischen Starter, hat aber keine Vorglühanlage. Deshalb sind Zündfix zum Starten nötig.

Gruß F

Re: Bezugsquelle für Zündfix

Dienstag 7. Dezember 2010, 11:04

Hallo!

Ja, da mit dem verkehrt laufen ist bei unserem Einachsschepper auch vorgekommen. Normal angekurbelt, dann aber ein "Rückschlag" und in die falsche Richtung dann angesprungen.
Gemerkt hat man das dann erst beim Wegfaren... :mrgreen:

Re: Bezugsquelle für Zündfix

Donnerstag 28. April 2011, 09:07

Hallo!
Sebastian hat geschrieben:@Bergbauer

Vielleicht kennst Du den Film "Der Flug des Phönix" mit James Stewart, Hardy Krüger uva.?

Da spielen die "Tschik" mit einem etwas größeren Durchmesser sogar eine große dramaturgische Rolle fürs Happy End!
Dazu möchte ich etwas richtigstellen:
Die Dramaturgie des Startversuches mit dem letzten Zündfix mag zwar ähnlich sein, wie die der Szene in "Der Flug des Phönix", aber Zündfix und Coffman-Patronen haben sonst nichts gemeinsam.
Diese Patronen wurden als Treibladung im Coffman-Starter eingesetzt, um den Motor in Drehbewegung zu versetzen ("anzukurbeln").
Man wollte im Flugzeugbau auf eine schwere Batterie verzichten und das Anreißen am Propeller war nicht gerade praktisch. Im Übrigen waren das Benzinmotore, auch im Film "Der Flug des Phönix". Dort wollte der Motor nicht anspringen. Bei der vorletzten Patrone: "Ich schalte (Anm.: beim Starten) die Zündung aus, das reinigt die Zylinder". Die letzte Patrone hat dann zum Happy End beigetragen ...

Gruß F

Re: Bezugsquelle für Zündfix

Freitag 25. Januar 2013, 13:53

Hallo,

Lagerhaus oder FAIE

http://www.faie.at/Werkzeuge/PKW-Zubeho ... C3%BCndfix

lg K
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