Freies Landwirtforum

Informations- und Diskussionsforum mit Schwerpunkt Landwirtschaft
Dein letzter Besuch: Donnerstag 19. Oktober 2017, 12:55 Aktuelle Zeit: Donnerstag 19. Oktober 2017, 12:55



Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]




 [ 5 Beiträge ] 
Autor Nachricht
BeitragVerfasst: Dienstag 2. August 2016, 20:13 
Offline
stets bereit
stets bereit

Registriert: Samstag 31. Januar 2015, 13:13
Beiträge: 25
Länderflagge: Austria (at)
Betriebsschwerpunkt: Forstwirtschaft
Wirtschaftsweise: kein Betrieb
Betriebsart: kein Betrieb
Hallo,

Das Handbuch meines BF350 mit 3 Zylinder Perkins Motor (3.152) besagt, man solle doch mal das Ventilspiel prüfen. Leider aber ohne jegliche Anleitung dazu.
Eventuell hat jemand eine Anleitung, wie das Spiel dies kontrolliert werden kann, bzw. auch wie man dieses dann richtig einstellt.

Des weiteren sind 2 Simmerringe undicht:

An der Hinterachse links - kann ich diesen einfach tauschen, sprich Rad runter, Simmerring raus, neuen rein und gut?

Ebenso bei der Zapfwelle -> Deckel runter, Simmerring raus, neuen rein und läuft wieder?

Ebenfalls lässt die Heckhydraulik nach, sprich sie sinkt z.B. über Nacht ab - hat da jemend einen Ansatz, wo ich zu suchen beginnen soll?

Viele Fragen, vielleicht hat jemand ein paar Tipps & Antworten für mich.

Danke!
B


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Mittwoch 3. August 2016, 11:12 
Offline
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: Montag 2. März 2009, 19:36
Beiträge: 3788
Plz/Ort: Mühlviertler Alm Oberösterreich
Länderflagge: Austria (at)
Geschlecht: männlich
Hallo!

Eine allgemein gültige Anleitung zum Prüfen und Einstellen des Ventilspiels - egal wie viele Zylinder und ohne Kenntnis der Zündfolge:
  • Gegebenenfalls Ventildeckel(n) abnehmen.
  • Am zu prüfenden Zylinder die Kurbelwelle so drehen, daß der Kolben zwischen Auspuff- und Ansaugtakt im oberen Totpunkt steht, an dem normalerweise die Steuerzeiten der Ventile überschneiden.
  • Die Kurbelwelle eine Umdrehung (360°) weiterdrehen. Jetzt kann das Ventilspiel geprüft und ggf. eingestellt werden.
  • Diese beiden Arbeitschritte bei Bedarf beim nächsten Zylinder wiederholen ...
Beim Perkins D3.152 beträgt das Ventilspiel kalt 0,3mm, die Zündfolge ist 1 - 2 - 3.
Diverse Einstellanleitungen verkürzen lediglich die Dreherei an der Kurbelwelle, da gleich ein Zylinder eingestellt wird, wenn ein anderer im o. T. steht. Dazu muß aber eben die Zündfolge bekannt sein.

Der Wechsel des Wellendichtringes am Zapfwellenstummel ist denkbar einfach, wenn der Traktor ausreichend "bergab" steht, braucht nicht einmal das Getriebeöl abgelassen zu werden.
So leicht funktioniert der Wechsel des Simmerringes an der Hinterachse leider nicht. Dazu muß nämlich der Endantrieb zerlegt werden. Siehe unter anderem hier:

Ölverlust Hinterachse Lindner BF 350 SA

Das Absinken der Heckhydraulik kann durch Undichtheiten im Steuergerät verursacht werden, meist ist aber nur der Nutring des Hubzylinders hart und porös geworden. Nähere Informationen findest Du hier:

Kraftheber ZF A205 Lindner

Gruß F

_________________

... wenn Du merkst, daß Du ein totes Pferd reitest, steig ab!


Nach oben
 Profil Website besuchen  
 
BeitragVerfasst: Mittwoch 3. August 2016, 19:17 
Offline
stets bereit
stets bereit

Registriert: Samstag 31. Januar 2015, 13:13
Beiträge: 25
Länderflagge: Austria (at)
Betriebsschwerpunkt: Forstwirtschaft
Wirtschaftsweise: kein Betrieb
Betriebsart: kein Betrieb
Hallo,

danke @ Fadinger für die detailierten Infos.

Beim Hydraulikkolben ist ja der Nutring 60x80x10 verbaut, leider hatte der Händler meines Vertrauens nur 60x80x12 lagernd. Nun die Frage, verträgt die Hydraulik diese 2mm Aufmaß, oder sollte man das lieber nicht einbauen und ich mir den mit 10mm bestellen?

Danke
Gruß
B


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Samstag 6. August 2016, 18:51 
Offline
stets bereit
stets bereit

Registriert: Samstag 31. Januar 2015, 13:13
Beiträge: 25
Länderflagge: Austria (at)
Betriebsschwerpunkt: Forstwirtschaft
Wirtschaftsweise: kein Betrieb
Betriebsart: kein Betrieb
Hallo,

anbei mein Bericht:

Hydraulik Kraftheber ZF A-205:

1x Nutring 60/80/10
1 St. O-Ring 86 x 2
1 St. O-Ring 5 x 2,5
1 St. O-Ring 12 x 3
1 St. O-Ring 90 x 3 - wurde nicht getauscht - ich denke, der sitzt hier:



Die 4 Schrauben gelockert, Dreckel runter, f**k Hydrauliköl läuft aus der kleinen Bohrung wie wild, etwas Putzpapier rein und gut ist es ...
Versucht den Nutring abzuziehen - dieser war natürlich wie vermutet steinhart, also mit Schraubenzieher und Kombizange und Gewalt entfernt. Den 12mm Ring versucht - NEVER - geht sich nicht aus, dass die Lippe reinspringen würde. Also Bandschleifer gerstartet und mal eben 2mm abgetragen - perfekt, passt wie angegossen, oder wie der originale 10mm-Nutring (werde aber trotzdem noch den passenden 60/80/10 Nutring bestellen und verbauen, um sicherzugehen).
Den 86x2 im Deckel erneuert und die 2 Kleinen O-Ringe, gefettet, Deckel rauf und kreuzweise angezogen. Hydrauliköl rein(Ölstand war vor der Reparatur schon unter Minimum, Leckage?) und Testlauf - gefühlt besseres Ansprechen, sackt aber leider noch immer ab. Habe jedoch dann beim Testen gesehen, dass eine Hydraulikleitung die nach vorne geht nässt, leider keine passenden Kupferringe @home, nachziehen brachte nichts mehr -> Projekt vertagt.
Zeitaufwand ca 45 min, da der Nutring sich mehr als bitten ließ.

BTW - würde gerne den Hydraulikölfilter wechseln, mit der Boschnummer kann ich keinen Ersatz finden, hat da jemand eine Idee dazu? Danke!

Zapfwelle:

Traktor ca 30° bergab gestellt, 4 Schrauben gelockert, Deckel und Block mit Reissnadel markiert. Die Abdeckplatte der Zapfwelle hat 2x M5 Gewinde, also M5 Schrauben rein und daran gezogen bis der Deckel abging (ging schwer).
Trotz Schrägstellung des Traktors lief noch immer Öl nach, also sollte man unbedingt etwas zum Unterstellen zur Hand haben!
Der Simmerring saß natürlich drinnen wie Bock, musste diesen herausstemmen, es blieben auch Teile davon im Sitz kleben.
Reinigen des Sitzes mit Stahlwolle und sehr feinem Schmirgelpapier.
Simmerringsitz und neuen Simmerring gut gefettet und eingetrieben, Deckel wieder eingebaut und Schrauben Kreuzweise angezogen -> Dicht. Getriebeöl nachgefüllt SAE90
Zeitaufwand ca. 30 Minuten, nachdem der alte Simmering so fest saß und der Stitz nachgearbeitet werden musste.

Simmerring Hinterachse:

Habe im Vorfeld den Ölstand bei jedem Hinterreifen kontrolliert, bei jenem, wo die Felge aussieht wie Sau, fehlte nicht ein Tropfen, gegenüber habe ich ca 300ml nachgefüllt - komisch. Vermutlich hat einmal jemand zu sehr am Schmiernippel geschmiert und das Zeug verteilte sich auf der Felge ... wobei mir gesagt wurde, die Hinterräder ja nicht mit den vorhandenen Schmiernippel schmieren, da dadurch der Simmerring defekt wird.
Felge gereinigt und mal abwarten, wie sich das weiter entwickelt ...

Ventile:
Projekt vertagt. Wird nachgerreicht.

Gruß
BF350


Nach oben
 Profil  
 
BeitragVerfasst: Sonntag 7. August 2016, 12:00 
Offline
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: Montag 2. März 2009, 19:36
Beiträge: 3788
Plz/Ort: Mühlviertler Alm Oberösterreich
Länderflagge: Austria (at)
Geschlecht: männlich
Hallo!

Zum Hubwerk:

Vielleicht hat der Hydraulikölfilter einen auswaschbaren Einsatz aus Drahtgewebe. Die ZF A210-Hydraulik hat erst gar keinen Filter ... :roll:
Daß es mit 2mm Übermaß am Nutring eng wird, habe ich mir fast gedacht. Wobei ich Abschleifen in Bezug auf die Dichtheit nicht unbedingt als optimal ansehe. Der Nutring muß ja auch zum Kolben hin abdichten. Eventuell den Sitz am Hubkolben mit Polierleinen nacharbeiten.

Zum Zapfwellenstummel:

"Ausreichend bergab" bedeutet in dem Fall einen Winkel von 45° oder 100% Gefälle. Also schon eine ordentliche Böschung.
Falls der Dichtring mit Loctite oder dgl. gesichert ("eingeklebt") wurde, hilft anwärmen auf etwa 100°C.

Zu den Schmiernippeln an den Radnaben:

Eigentlich sollten diese die Lippe des Simmerringes fetten. Das Problem dabei ist, wenn dies nicht regelmäßig gemacht wird, wird das Fett hart und bildet zusammen mit Staub und Schmutz eine schmirgelpasteähnliche Masse, die erst recht den Wellendichtring und die Dichtflächen an der Welle beschädigt. Also entweder regelmäßig mit einer kleinen Menge Fett schmieren, oder von vorneherein überhaupt nicht schmieren, sodaß auch kein Staub anhaftet. Irgendwann mit dem Schmieren einfach aufzuhören ist aus diesem Grund ebenso nicht gut.

Gruß F

_________________

... wenn Du merkst, daß Du ein totes Pferd reitest, steig ab!


Nach oben
 Profil Website besuchen  
 
 [ 5 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC + 1 Stunde [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: Common [Crawler], Google [Bot], Yahoo [Bot] und 0 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.
Du darfst keine Dateianhänge in diesem Forum erstellen.

Suche nach:
Gehe zu:  

STATUS WERBEFREI EASY
Guthaben 0 Tage | Aufladen »

Impressum | Mobile Version
© 2006 - 2016 Forenworld
Dieses Forum ist gehostet bei Forenworld.

Powered by phpBB® Forum Software © phpBB Group
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de