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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Mai 2016, 17:05 
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Hallo zusammen,

ich habe bei einem Steyr Kompakt 4095, Bj. 2011, mit ca. 3.000 Std., mit EHR, Zusatzhubzylindern und Hauer Fronthydraulik folgendes Problem:

Wenn der Traktor extrem heiß ist, z.B. nach 8 Stunden mähen, hebt die Heckhydraulik nicht mehr. Selbst ein leichter Einkreiselschwader lässt sich nicht mehr anheben. Erst wenn der Traktor ein paar Stunden abgekühlt hat, funktioniert die Hydraulik wieder, wie wenn nie etwas gewesen wäre. Interessanter Weise tritt dieses Problem z.B. beim Pflügen nicht auf, obwohl das Hubwerk hier bei weitem mehr gefordert wäre. Der Traktor war deshalb schon mehrere Male in der Fachwerkstatt, nur die finden nichts ... Gegendruck der Hydraulikanlage optimal, kein Fehlercode, auch das Öl wurde mal auf ca. 70°C aufgeheizt und dann ein Belastungstest gemacht, alles funktionierte in der Werkstatt anscheinend ohne Probleme. Was mir an diesem Traktor auffällt ist, dass das Öl extrem heiß wird. Da ja Getriebe und Hydraulik einen gemeinsamen Ölhaushalt haben, wird es in der Kabine z.B. beim Mähen so richtig heiß. Ich habe keine Idee, wo der Fehler liegen könnte, und die Fachwerkstätte (die sonst sehr kompetent ist und mit der ich auch sonst sehr zufrieden bin) findet den Fehler leider auch nicht. Von Kollegen hörte ich, dass die EHR bei den Kompakt-Modellen und auch bei den baugleichen New Holland-Modellen generell Probleme macht. Ist das wirklich so?

Hat jemand eine Idee, was die Ursache für dieses Problem sein könnte?

Ich wäre für hilfreiche Tipps dankbar!


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BeitragVerfasst: Donnerstag 19. Mai 2016, 18:08 
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Hallo!

Wenn das Problem auftritt, geht nur "Heben" nicht, oder funktionieren "Heben" und "Senken" nicht - sprich, es ist die gesamte EHR ausgefallen?
Und, ist es während dem Problem möglich, die Zusatzsteuergeräte zu betätigen?
Wenn beides der Fall ist, also Komplettausfall der EHR, die Zusatzsteuergeräte funktionieren aber weiterhin, könnte man den Fehler schon mal auf eine eher elektrische oder elektronische Ursache eingrenzen.

Gruß F

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BeitragVerfasst: Samstag 21. Mai 2016, 22:41 
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Hallo, hatte das selbe Problem. Beim Überdruckventil der Hydraulik ist die Feder zu schwach, darum macht diese bei heißem Öl früher auf.
Es gibt eine original etwas stärkere Ausführung, diese wurde beim alten Modell (allererste Serie) verbaut. Es ist nur der Stift, wo die Feder drauf ist, ein wenig zuzuschleifen, damit diese drübergeht.
Als Alternative kann man auch die verbaute Feder etwas strecken, damit sie mehr Kraft hat. So habe ich es gemacht. Werde aber erst bei der Heuarbeit sehen, wenn der Traktor stundenlang in Betrieb ist, ob es erfolgreich war. Ansonsten werde ich eben die stärkere Feder einbauen.
Gruß JFS


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BeitragVerfasst: Sonntag 22. Mai 2016, 19:38 
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Hallo Fadinger,

danke für deine Antwort. Wenn die Hydraulik ausfällt dann geht gar nichts mehr, also auch das Senken des Hubwerkes funktioniert nicht. Die Hebel für die Zusatzsteuergeräte lassen sich zwar betätigen, es geht aber auch da nichts.

Hallo JFS,

kannst du mir sagen wo dieses Überdruckventil genau sitzt, an der Hydraulikpumpe, auf den Steuergeräten oder irgendwo im Leitungsstrang? Ein nicht völlig schließendes Ventil könnte nämlich auch die sehr hohe Öltemperatur erklären. Wenn permanent Öl durch ein kleines Loch gezwängt wird muss es ja heiß werden, oder irre ich mich da?

Letztens beim Gülle fahren zum Beispiel habe ich den ganzen Tag das Hubwerk nicht benutzt und trotzdem waren die Steuergeräte am Abend so heiß, dass man sie nicht einmal berühren musste um sich die Finger zu verbrennen...


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BeitragVerfasst: Sonntag 22. Mai 2016, 21:51 
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Hallo!

Wenn die (mechanisch betätigten) Zusatzsteuergeräte nicht funktionieren, handelt es sich definitiv um ein hydraulisches Problem, denn die Zusatzsteuergeräte werden von der Pumpe kommend als erstes mit Öl versorgt, noch vor dem Regelsteuergerät der Heckhydraulik.
Das Druckbegrenzungsventil sitzt im Block, dort wo die Zusatzsteuergeräte angeflanscht sind.
Bei der Vermutung, das Öl erwärmt sich aufgrund eines nicht völlig schließenden Ventils, handelt es sich allerdings um einen Denkfehler. Denn beim offenen System befindet sich das Öl im drucklosen Neutralumlauf, solange die Steuergeräte nicht betätigt werden. Was aber sein könnte, ist, eines der Zusatzsteuergeräte geht nicht korrekt in Neutralstellung, und behindert so den drucklosen Umlauf. Ein verlegter Hydraulikfilter wäre auch noch eine Möglichkeit für übermäßige Ölerwärmung. Eventuell einmal den Druck messen, ob das Öl wirklich ungehindert in den Ölsumpf abfließen kann, wenn alle Steuergeräte in Neutralstellung sind.
Es handelt sich aber schon um ein Open-Center-System mit Load Sensing, oder?

Gruß F

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BeitragVerfasst: Dienstag 24. Mai 2016, 16:58 
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Hallo Fadinger,

stimmt es handelt sich um Open-Center-System, allerdings ohne Load-Sensing. Ich habe eine Präsentation gefunden, die die verschiedenen Hydrauliksysteme, die in den diversen Steyr Modellen verbaut sind, recht gut erklärt. Wenn ich die Zeichnungen richtig interpretiere, sitzt das Druckbegrenzungsventil aber am Ölfilter und nicht am Block. Kannst du dir an Hand dieser Skizzen erklären, wo da das Problem liegen könnte?


Dateianhänge:
Präsentation-Kletzmayr-Steyr-Hydrauliksysteme.pdf [4.62 MiB]
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BeitragVerfasst: Dienstag 24. Mai 2016, 18:28 
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Hallo!

Ja, bei der Hydraulikanlage ohne Load-Sensing befindet sich das Druckbegrenzungsventil am Filter. Meine obigen Angaben bezogen sich auf das Load-Sensing Hydrauliksystem, wo, wie ebenfalls in der Präsentation ersichtlich, das Druckbegrenzungsventil in der Grundplatte ("Block") integriert ist, an der die Steuergeräte angeflanscht sind.
Das ändert aber nichts an den möglichen Ursachen einer übermäßigen Ölerwärmung. Nämlich kein wirklich druckloser Umlauf, sodaß die Hydraulikpumpe immer gegen einen gewissen Staudruck arbeiten muß.
Deshalb würde ich empfehlen, erst einmal den Druck zu messen (am Druckbegrenzungsventil befindet sich hierfür ein Manometeranschluß), ein Manometer für den Hydraulikbereich (~300bar) sollte keinen Druck anzeigen, wenn sich die Anlage im Neutralumlauf befindet.
Das wäre zu machen, bevor überhaupt etwas am Druckbegrenzungsventil verstellt oder verändert wird!

Gruß F

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BeitragVerfasst: Dienstag 24. Mai 2016, 19:10 
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Hallo,

der Gegendruck wurde genau an dieser Stelle bereits mehrmals in der Fachwerkstätte gemessen. Ich weiß leider nicht wieviel bar die nun wirklich gemessen haben, laut Aussage des Technikers ist aber der Gegendruck bei diesem Traktor so niedrig wie sonst selten bei diesen Modellen...


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BeitragVerfasst: Dienstag 28. Juni 2016, 10:38 
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Hallo zusammen,

ich möchte euch über die Lösung des Hydraulikproblems beim Kompakt informieren:

Die Ursache war ein Fehler im EHR-Steuergerät! Dieser Fehler dürfte bei der Auslieferung bereits bestanden haben. Auf Grund dieses Fehlers wurde die routinemäßige Kalibrierung der EHR (die bei der Auslieferung und anschließend bei jedem Service durchgeführt wird) vom Steuergerät seit der Auslieferung nie akzeptiert, was zur Folge hatte, dass ein Ventil in der EHR nie ganz geschlossen war. Somit wurde die EHR zum "Ölkocher". Der Durchfluss war allerdings so gering, dass dieser bei den Staudruckmessungen nicht erkennbar war.

Erstaunt bin ich nur darüber, dass dieser Fehler in meiner Steyr Vertragswerkstätte völlig unbekannt war, und sie auch nach mehreren Werkstattbesuchen und Belastungstests keine Lösung für dieses Problem gefunden haben. Selbst ein "Spezialist" aus dem Steyr-Werk in St. Valentin, der extra für Problemfälle in dieser Werkstatt im Einsatz ist, hatte lauter falsche Diagnosen erstellt. Erst in einer New Holland Vertragswerkstatt erkannte man diesen Fehler auf Anhieb. Von New Holland kam auch die Info, dass dieser Fehler durchaus öfter vorkommt. Grund dafür ist ein fehlerhaftes EHR-Steuergerät.

Verärgert bin ich auch über die Reparaturkosten und die Folgeschäden dieses Fehlers. Ich mußte bis jetzt auf Grund der Hitzeschäden den Hauptzylinder der Hydraulik und jede Menge Dichtungen am Hydrauliksystem erneuern. Nun ist es auch noch so, dass nicht nur das EHR-Steuergerät erneuert gehört, sondern auch der Ventilblock der EHR, der schon dermaßen in Mitleidenschaft gezogen worden ist, dass dieser auch nicht mehr einwandfrei arbeitet.

Reparaturkosten jenseits der € 5.000,--

Ich bin gespannt, ob es von Seiten Steyr, bzw. meiner Steyr Vertragswerkstätte einen Kulanzvorschlag gibt...


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BeitragVerfasst: Dienstag 28. Juni 2016, 10:42 
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Da muss meiner Meinung nach auf jeden Fall eine Kulanz gegeben werden.
Wenn das Steuergerät schon fehlerhaft ausgeliefert wurde, können die hier nichts abstreiten.

Die Frage ist nur, ob Sie die NH Aussage bestätigen... :(


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BeitragVerfasst: Mittwoch 29. Juni 2016, 12:05 
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Hallo!

Danke für den ausführlichen Statusbericht.
Leider ist Steyr in solchen Fällen noch nicht allzu kulant in Erscheinung getreten. So nach dem Motto "wir können ja nichts dafür, da wir die Steuergeräte zukaufen", läßt man die eigenen Kunden im Regen stehen, statt einmal beim Hersteller etwas kräftiger zu intervenieren.
Bei elektronischen Proportionalventilen mit serienmäßiger "geplanter Obsoleszenz" etwa hätte die Kulanz folgendermaßen ausgesehen, daß man seitens Steyr großzügigerweise auf einen Preisaufschlag verzichtet hätte, und hat die Ventile zum Einkaufspreis angeboten. Zum Preis also, zu dem man die Ventile auch nicht über Steyr beziehen hätte können ... :roll:
Andi7 hat geschrieben:
... laut Aussage des Technikers ist aber der Gegendruck bei diesem Traktor so niedrig wie sonst selten bei diesen Modellen ...
Eventuell wäre der ungewöhnlich niedrige Staudruck der Schlüssel zum Problem gewesen. So ein "illegaler Bypaß" sollte sich aber bei einer Gegendruckprüfung mit verschiedenen Drehzahlen und beim Belastungstest bemerkbar machen.

Gruß F

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