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BeitragVerfasst: Samstag 19. September 2015, 14:57 
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Hallo!

Heute habe ich mir einmal die Lichtmaschine Bosch LJ/GEH 90/12/1800 FR11 aus einem Lindner HL17 vorgenommen. Wie unschwer zu erkennen ist, handelt es sich um eine 12-Volt-LiMa mit 90 Watt Leistung.
Dateianhang:
Bestandteile einer Gleichstromlichtmaschine.jpg
Bestandteile einer Gleichstromlichtmaschine.jpg [ 101.28 KiB | 3513-mal betrachtet ]
Zerlegt ist sie rasch, die Mutter (1), die die Keilriemenscheibe befestigt abschrauben, die Riemenscheibe mit Lüfter (2) abziehen (dabei die kleine Paßfeder (3) nicht verlieren!), die zwei langen Schrauben (4), welche die Seitenteile (5) zusammenhalten, herausdrehen, und schließlich nicht auf die kleine Schraube (6), die den Kontakt zwischen Kohlenträger und dem Anschluß D+ herstellt, vergessen.
Gegebenenfalls kann es nötig sein, die Teile mit dem Plastikhammer etwas zu prellen, damit sie sich lösen, in meinem Fall sind sie aber mehr oder minder von selber auseinandergefallen. Sofern nötig, werden die einzelnen Komponenten mit Isopropanol gereinigt.
Das Lager auf der Antriebsseite ist mittels Flansch (7) im Gehäuse fixiert und wird auf der Welle zusammen mit der Keilriemenscheibe und einer Distanzhülse (8) befestigt. Auf der Kommutatorseite ist es lediglich eingeschoben und wird vom Federring (9) in Position gehalten. Die Lagerbezeichnung beider Lager (10) lautet 6202, sie sind soweit unauffällig, und werden nicht getauscht. Allerdings saß das kommutatorseitige Lager sehr locker in seiner Passung (A) im Gehäuse, augenscheinlich hat es sich bereits im Lagersitz gedreht, deshalb habe ich die Fläche der Passung mit ein paar Körnerschlägen aufgekörnert.
Dateianhang:
Lagersitz mit Körnerschlag.jpg
Lagersitz mit Körnerschlag.jpg [ 158.6 KiB | 3513-mal betrachtet ]
Der Kommutator (11) ist bereits etwas eingelaufen, allerdings noch nicht gravierend, ein Überdrehen ist nicht nötig. Die Kohlen (12) selber dürften bereits einmal getauscht worden sein, da sie erst ungefähr einen mm abgenutzt sind. Daher ist ein Wechsel nicht erforderlich, selbst wenn der Satz Bürsten vom Typ BX145 bzw. 2B145 lediglich etwa 3,- Euro kostet.
Die Feldwicklung (13) erscheint ebenso noch in Ordnung und hat keine sichtbaren Beschädigungen, der Widerstand beträgt gut 2Ω, also etwa ein Ohm pro Paket, ein Kurzschluß oder auch ein Masseschluß ist nicht feststellbar. Es ist darauf zu achten, daß die Verkabelung/Anschlüsse der Wicklungen so geführt wird, daß weder der sich drehende Anker (14) schleifen kann, noch die später beim Zusammenbau eingeführeten Schrauben Kontakt haben können.
Dateianhang:
Feldwicklung Leitungsführung.jpg
Feldwicklung Leitungsführung.jpg [ 167.91 KiB | 3513-mal betrachtet ]
Nachdem die Lager mit frischem Fett, welches nicht dazu neigt, "ausfällig" (soll heißen, von dem sich kein Öl absondert) zu werden, versorgt wurden, und die Kohlenhaltefedern (15) eingeölt (damit sie nicht rosten - rosten sie, werden sie spröde und können brechen), sowie auch etwas die Führungen der Kohlen (aber nicht die Kohlen selber in Öl tränken) geschmiert (mit Mineralöl, das verharzt nicht) wurden, geht es nun wieder an den Zusammenbau.
Dieser geht grundsätzlich ebenfalls recht problemlos vor sich. Man spannt die Federn auf die Kohlenhalter auf und führt den Anker samt Lager in seine Passung ein. Erst dann werden die Kohlen eingesetzt und der Mittelteil mit der Feldwicklung aufgesetz. Dabei muß darauf geachtet werden, daß die Führungszapfen des Gehäuses mit den Ausnehmungen in den Seitenteilen fluchten. Sonst würden danach auch die Bohrungen für die Schrauben nicht übereinstimmen. Schließlich wird der vordere Deckel mit eingesetztem Lager und verschraubten Flansch montiert.
Das ist auch der einzige Abschnitt, der etwas "Hebammengefühl" in den Fingern verlangt. Man sieht die Gewinde im vorderen Deckel ja nicht, sondern muß sie mit den langen Schrauben ertasten. Dabei ist auch Vorsicht angebracht, nicht wild damit drinnen herumstrotten, um die Verdrahtung der Feldwicklung nicht zu beschädigen.
Zu guter Letzt wird die Distanzhülse aufgsteckt und die Riemenscheibe (Keil nicht vergessen!) wieder montiert. Auf die kleine Schraube zur elektrischen Verbindung der Anschlüsse vergessen wir natürlich auch nicht. Dann steht einem Testlauf nichts mehr im Wege ... ;)

Gruß F

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BeitragVerfasst: Freitag 25. September 2015, 18:04 
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Hallo!

Und weil es so schön war, das Ganze gleich noch einmal, diesmal aber mit einer Lichtmaschine von Uher vom Typ LW 27-12/130/2200 R für einen Lindner Junior HRL 9. Diese hat gegenüber jener von Bosch gleich um ein Drittel mehr Leistung ... ;)
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Teile einer Uher Gleichstromlichtmaschine.jpg
Teile einer Uher Gleichstromlichtmaschine.jpg [ 106.94 KiB | 2941-mal betrachtet ]
Auch hier ist das Zerlegen einfach und erfolgt auf ähnlichem Weg wie oben beschrieben. Diemal aber ist auch das antriebsseitige Lager nur eingesteckt, sodaß es einfach herausgezogen werden und am Anker verbleiben kann.
Diese LiMa ist in sehr guten Zustand und auch wenig gelaufen, ich habe mich aber trotzdem zu einer Überprüfung entschlossen, da sie beim Drehen von Hand merkwürdige Schleif- und Rattergeräusche von sich gab, die definitiv nicht von den Kohlen herrührten.
Die Ursache dafür war dann auch schnell gefunden. Von der Feldwicklung war die Tauchisolierung aufgerissen und stand stellenweise etwas vom Paket ab, so daß sie über den Anker und die Ankerwicklung "ratterte". Diese losen Teile und Bruchstücke wurden entfernt, damit wieder "Ruhe im Bau" herrscht.
Dateianhang:
Feldwicklung Abplatzung der Isolierung.jpg
Feldwicklung Abplatzung der Isolierung.jpg [ 141.95 KiB | 2940-mal betrachtet ]
Der insgesamt wenig gebrauchte Zustand dieser Lichtmaschine wird auch dadurch bestätigt, daß am Kommutator keinerlei Einlaufspuren zu sehen sind, und selbst das Fett in den Lagern noch nicht wirklich "alt und grau" ist, sondern durchaus noch eine gewisse Schmierfähigkeit besitzt. Erneuert wird es natürlich trotzdem.
Aufgrund des geringen Gebrauchs sind die Kohlen ebenfalls noch neuwertig. Das ist auch gut so, denn Uher hat schlicht und ergreifend das "dümmste" Maß aller Kohlebürsten. 6,8 x 16,8mm gibt es sonst bei keinen Hersteller! Auch die Bauform entspricht nicht unbedingt dem Standard, demzufolge müßte man für Ersatz schon kräftiger improvisieren, denn Originalkohlen gibt es schon Jahre nicht mehr.
Dateianhang:
Abmessungen Kohlebürsten Uher Lichtmaschine.jpg
Abmessungen Kohlebürsten Uher Lichtmaschine.jpg [ 108.93 KiB | 2941-mal betrachtet ]
Am ehesten entsprechen in Form und Größe mit 6,4 x 16mm noch die Bürsten MO 4 und MO 5 aus dem Satz MOX 4/5 des russischen Herstellers Moskwitsch. Da man diese auch nicht gerade an jeder Ecke bekommt, bleiben bei großzügig ausgelegter Toleranz noch 6mm dicke Kohlen eines italienischen Herstellers, dann ist aber schon "Schicht im Schacht". Also muß man wohl noch etwas tiefer in die Trickkiste greifen. Dazu gibt es Schleifkohlen mit den Maßen 6,3 x 16 x 22mm um etwa 5,- Euro/Paar für Bohrhämmer von Bosch, die man entsprechend adaptieren kann ... ;)

Gruß F

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