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 Betreff des Beitrags: Lindner JW 15/20 Motoreinstellung
BeitragVerfasst: Dienstag 28. Juli 2015, 11:21 
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Hallo alle zusammen!

Kann mir vielleicht bitte jemand erklären, wie man den Motor richtig einstellt? Daß es mitunter verschiedene Varianten gab (Langsamläufer zB.), ist mir schon klar. Mir ginge es vorerst nur einmal um eine grundlegende Einstellung.

MFG Hobbybastler


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BeitragVerfasst: Mittwoch 29. Juli 2015, 15:04 
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Hallo!

Das für Manfred bestimmte Mail ist vermutlich irrtümlich bei mir gelandet ... ;)
Es ist ein JW15-Traktormotor der ersten Generation ohne Wasserpumpe und ohne externes Kühlelement.
Die große Riemenscheibe ist aber nicht Dein Ernst, oder? ... :shock:
Dateianhang:
Traktormotor JW 15.jpg
Traktormotor JW 15.jpg [ 135 KiB | 1247-mal betrachtet ]
Das "Absaufen" kann mehrere Ursachen haben:
  • schlechte Kompression (Ventile, Kopfdichtung, Zylinder/Kolben/Kolbenringe)
  • zu geringer Einspritzdruck (Düse klemmt, Feder schlaff/gebrochen, Düse verstellt/Einstellplättchen "verloren")
  • Startmenge zu hoch (manche Motoren springen leichter an, wenn man sie beim Start statt auf 1500 auf 800 Umdrehungen stellt)
  • Zündfix schlecht (feucht geworden)
  • Einspritzzeitpunkt falsch (kann bei diesem Motor aber eigentlich ausgeschlossen werden)

Versuche folgendes:
Drehe den Motor mit offenen Dekompressor und Drehzahlhebel auf "1500" gemächlich durch. Zwischen "10 und 11 Uhr" vor dem oberen Totpunkt sollte deutlich das Schnarren der Einspritzdüse zu hören sein. Schnarrt die Düse nicht, liegt das Problem wahrscheinlich bei Punkt 2.
Probiere den Motor zu starten, indem Du das Zündfix anzündest, rasch einschraubst, und sofort startest. Wenn der Motor dann eher anspringt, ist vermutlich Punkt 1 gegeben.
Schlechte Zündfix lassen sich nur widerwillig entzünden, flanmmen mit etwas Verzögerung oder ungleichmäßig auf, und gehen mitunter wieder aus, ohne daß der Zellstoff glimmt. Ist das "Brandl" in Ordnung, "fluscht" es sofort, und glimmt gut, sodaß nur ein minimaler "weicher" Ascherest übrigbleibt.

Gruß F

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BeitragVerfasst: Donnerstag 30. Juli 2015, 13:02 
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Danke schon mal für die Information!
Die Riemenscheibe habe ich mir neu machen lassen, damit er ein bischen schneller geht ... :D
Weißt du eventuell, wie man den Motor genau einstellt?

Mfg Thomas


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BeitragVerfasst: Donnerstag 30. Juli 2015, 18:59 
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Hallo!

Bezüglich der diversen Einstellungen weiß ich mir schon zu helfen. Allzu viele Möglichkeiten gibt es dazu eh nicht. Die meisten Dinge stehen oder fallen mit der Bedienung selber.
Ich bin aber normal auch in der Lage - und das ist hier eher von Bedeutung - das eine oder andere Wehwehchen zu diagnostizieren, und dann entsprechend zu behandeln. Etwa, wenn beim Start das Brandl aus dem Halter rausfällt, und sich in der Folge beim Auslaßventil verklemmt. Oder, wenn durch ein nicht richtig arbeitendes Kopfventil in der Einspritzpumpe Fördermenge und Einspritzdruck nicht passen, und der Motor deshalb nicht anspringen will ... :schwitz:

Das mit der größeren Riemenscheibe sollte auch gut überlegt werden. Der Traktor läuft mit der originalen Übersetzung ohnehin gut 20km/h. Das ist für ein derartiges Fahrzeug reichlich Tempo. Zum einen ist der Lindner durch den wuchtigen Motor relativ kopfschwer. Hinzu kommt eine Lenkung, die beinahe so direkt wie bei einem Formel-1-Boliden wirkt. Er muß also immer ordentlich "festgehalten" werden. Ich hatte meinen Lindner einmal für eine Nachmittagsausfahrt hergeborgt. Der Fahrer kam am Abend mit Blasen an den Händen zurück ... :!:
Zum anderen sind auch Bremsen und Fahrwerk nicht für viel mehr als Schrittgeschwindigkeit gemacht. Es gibt nur eine Trommelbremse hinten, dafür sind Bremstrommel und Felge aus einem Guß. Bzw. besser gesagt, sie sind aus Guß ... :shock:
Auch die Radnabe hinten ist aus Guß und nur mit einer Schraube auf den Wellenstummel der Halbachse aufgespannt. Dieser Gußteller bricht gerne, dann hält nur ein mehr Seegerring das Rad davon ab, sich sofort selbstständig zu machen.
Dabei muß gar nichts brechen, bei genügend Geschwindigkeit reicht eine kleine Unaufmerksamkeit. Das kommt gar nicht so selten vor:

Ein Verletzter bei Unfall mit Oldtimer-Traktor - I

Ein Verletzter bei Unfall mit Oldtimer-Traktor - II

Schaue Dir die rustikale Technik beim Lindner, insbesondere die der Bremsen, einmal genauer an. Ich bin mir sicher, daß Du dann nicht einmal mehr den vierten Gang brauchst.
Geschweige denn eine längere Übersetzung ... :whisopa:

Gruß F

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BeitragVerfasst: Samstag 1. August 2015, 18:55 
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Nachdem leider keine Fotos kamen, jedoch einiges bereits erklärt wurde:
Ganz verstehe ich es zwar nicht, wie die Zylinderkopfdichtung getauscht werden konnte, wenn die Einstellwerte fehlen, aber gut.

Lieber Thomas,
kannst Du folgende Fragen mit JA beantworten?

1. Der Zylinderkopf wurde getauscht und mit einem Drehmoment von 31mkg angezogen?
2. Die Ventilsitze wurden gereinigt und auf Dichtheit/Sitz kontrolliert?
3. Die Ventile (Ein- u. Auslaß) wurden auf 0,30mm Spiel eingestellt?
4. Die Einspritzdüse wurde auf 140 bar getestet?
5. Das Spritzbild ist gleichmässig (und tropft nicht nach)?
6. Dieseltank wurde entleert und gesäubert?
7. Dieselfilterelement wurde gesäubert und auf Dichtheit kontrolliert (keine Luft)?
8. Dieselleitung von Filter zu ESP (durch Handlochdeckel) wurde NICHT durch unsaubere Demontage beschädigt (verdreht, dadurch Leitung verjüngt oder kl. Riss saugt Luft?
9. Der Handlochdeckel wurde nach Zylinderkopfmontage wieder richtig montiert (Klinke innen)?
10. Das Dieselleitungssystem wurde entlüftet (Dieselfilter UND Entlüftungsschraube oberhalb am Motorblock)?
11. Die Dieselleitung zur Einspritzdüse wurde entlüftet?

Wenn diese Fragen alle mit JA beantwortet werden können, dann:
Ich gehe davon aus, dass es sich bei Deinem Motor um einen Handstarter handelt.

Der Jenbacher verträgt normalerweise eine höhere Drahzahlvorgabe - ich starte immer mit ca. 1300-1500 U/Min.
Wenn Du mit Zündfix (Zündlunte, Tschik) startest und öfter als viermal kurbelst, hast Du im Prinzip schon verloren; da ist das Zündfix abgesoffen und kann nicht mehr zünden.
Oft gesehen, wie sich Leute die Seele aus dem Leib kurbeln.
Beim Kurbeln ist es wichtig, dass Du "spürst", wann Du auf Kompression schaltest. Bei mir ist es immer der dritte Kurbler - zu einem Zeitpunkt, wenn noch Kraft von der Kurbel wirkt.

Sehr hilfreich ist es für die ersten Startversuche, heisses Wasser einzufüllen; das Kühlwasser hat eine ideale Betriebstemperatur von 80 Grad C.
Wenn der Motor jetzt noch nicht startet, muss man weiter in's Detail gehen.

Und noch etwas:
F hat mir gerade Bilder von Deinem Motor gesendet:
Dateianhang:
Motor JW15-1211 Ausschnitt.jpg
Motor JW15-1211 Ausschnitt.jpg [ 153.7 KiB | 1021-mal betrachtet ]

Die Entlüftungsschraube ist ja sicher wieder montiert (sonst müsstest Du einige der obigen Fragen mit NEIN beantwortet haben).
Wo ist der Originalfilter hingekommen - gibt es den noch?

UND:
Zum Erststart nimm den Plattenluftfilter herunter, gehört sowieso gründlichst gereinigt.

Viel Erfolg

Manfred

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manfred.boeckl@hausrollbahn.at
Archiv WGB Industriegeschichte


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