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 Betreff des Beitrags: Steyr Motor WD113 Einstellung Regler
BeitragVerfasst: Dienstag 11. März 2014, 21:53 
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Hallo!

Für einen korrekten Motorlauf ist die richtige Einstellung des Gestänges zum Fliehkraftregler Voraussetzung. Ist die Einstellung zu knapp (Gestänge zu kurz), greift der Drehzahlregler zu stark ein, der Motor neigt zum "sägen". Bei einer zu lockeren Einstellung (Gestänge zu lang) hat der Regler im Eingriff Spiel, das führt dazu, daß sich die Drehzahl von selbst verändern kann (bei gleicher Last und Stellung des Gashebels).
Dateianhang:
Steyr WD113 Motor.jpg
Steyr WD113 Motor.jpg [ 106.47 KiB | 13766-mal betrachtet ]
1 = Leckölleitung von der Einspritzdüse
2 = Dieselleitung zur Einspritzpumpe
3 = Glühkerze
4 = Gasgestänge zur Einspritzpumpe
5 = Einspritzpumpe
6 = Rollenstößel
7 = Nockenwellenzahnrad
8 = Reglergewicht
9 = Nockenwelle
10 = Reglerhebel
11 = Entlüftungsschraube

Vorgehen:
Vorbereitung: Der Deckel mit dem Öleinfüllstutzen muß nicht zwingend abgenommen werden, es ist aber ratsam, da so die Stellung der Regelstange besser ersichtlich ist. Entfernen muß man den Deckel vorne über dem Nockenwellenzahnrad. Ein ausgehängter Keilriemen erleichtert das ungehinderte Entfernen der Schrauben. Die sich in diesen Deckel befindliche Stellschraube (10), die die Nockenwelle in Position hält, braucht normal nicht verdreht werden.
Falls eine Neueinstellung erforderlich ist (zB. Dichtung mit anderer Dicke), wird die Kontermutter gelöst, und die Schraube ein paar Umdrehungen herausgedreht. Nach der Montage des Deckels und dem Festziehen der Schrauben wird die Stellschraube dann von Hand bis Anschlag eingedreht, dann eine ¼ Umdrehung zurückgedreht und verkontert.
Bei der Abnahme des Deckels ist weiters darauf zu achten, daß die sich in der Stellschraube befindliche Kugel (lila Pfeile) nicht in den Motor fällt. Normal sollte sie zwar in der Schraube klemmen, die Betonung liegt dabei aber auf "sollte" ... :roll:
Eventuell zur Sicherheit mit Fett "einkleben".
Dateianhang:
Steyr Nockenwelle und Regler.jpg
Steyr Nockenwelle und Regler.jpg [ 166.15 KiB | 13766-mal betrachtet ]
Zur Einstellung selbst: Der Gashebel ist dazu auf "Aus" zu stellen, die Regelstange muß ganz nach rechts gehen (Richtung Regler). Die Kontermutter am vorderen Gabelkopf wird gelockert, der Splint aus dem Bolzen gezogen und der Bolzen entfernt. Mit einer Hand drückt man die Reglermuffe (grüne Doppelpfeile) gegen das Nockenwellenzahnrad und hält sie in dieser Stellung fest. Den Reglerhebel drückt man oben (grüner Pfeil) ebenfalls hinein, sodaß die Zapfen des Rgelerhebels an der Reglermuffe anliegen. Zu dieser Stellung wird der Gabelkopf so lange verdreht, bis die Bohrungen für den Bolzen fluchten. Danach wird der Gabelkopf ½ Umdrehung hineingedreht (Richtung Einspritzpumpe).
Dateianhang:
Steyr WD113 Fliehkraftregler.jpg
Steyr WD113 Fliehkraftregler.jpg [ 107.94 KiB | 13766-mal betrachtet ]
1 = Gewindestift zur Fixierung der Reglerhebelwelle
2 = Bolzen mit Sicherungssplint im Gabelkopf
3 = Reglergewicht
4 = Reglermuffe
5 = Reglerhebelwelle

Das wäre die korrekte Einstellung. Bolzen wieder einsetzen und mit Splint sichern, Kontermutter festziehen. Sollte das Gewinde der Stange zur Einspritzpumpe nicht zum richtigen Einstellen des Gabelkopfes reichen, kann eventuell am Gabelkopf an der ESP die Kontermutter gelöst werden, und die Stange dort je nach Bedarf etwas hinein- oder herausgedreht werden. Nicht vergessen, danach die Muttern an den Gabelköpfen wieder zu kontern.

Das Ganze nochmals als Explosionszeichnung:
Dateianhang:
Steyr Motor Explosionszeichnung.jpg
Steyr Motor Explosionszeichnung.jpg [ 101 KiB | 13766-mal betrachtet ]
Die abgenommenen Deckel wieder montieren, den Keilriemen einhängen und vorschriftsmäßig spannen. Hernach Probebetrieb, ein selbstständiges "Gasgeben" sollte Geschichte sein ... ;) :gl:

Gruß F

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BeitragVerfasst: Sonntag 30. März 2014, 10:07 
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Hallo Fadinger!!

Vielen Dank- sehr Interesanter Beitrag :klatsch: :bier:
Gruß


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BeitragVerfasst: Samstag 25. Juli 2015, 00:41 
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Hallo!

Weil ich gerade im Deppenstadl wieder einmal Schwachsinn² gelesen habe:
Die Höchstdrehzahl der Motoren der 13er Baureihe wird alleine durch die dafür vorgesehene Einstellhülse (2) bestimmt!
("1" ist eine Sicherungsschraube gegen Verdrehen (Madenschraube).)
Dateianhang:
Drehzahleinstellung Steyr 13er Baureihe.jpg
Drehzahleinstellung Steyr 13er Baureihe.jpg [ 46.51 KiB | 12096-mal betrachtet ]
So schaut das zumindest bei den frühen Baujahren von T80 und T180 aus: Beim T84, T86, und den späten T80 mit runden Kotflügeln sitzt über dieser Gewindehülse noch eine weitere Hülse, die nach Entfernen eines Sicherungsbleches von der Kupplungsseite aus mit einen Maulschlüssel verstellt werden kann (siehe Bild vom Startbeitrag).
№ 46 = Sicherungsblech
№ 44 = Gewindehülse
№ 48 = Einstellhülse

Es ist sinnfrei, den Reglereingriff zu verstellen, das bringt keine Erhöhung der Höchstdrehzahl, sondern lediglich die oben beschriebenen negativen Folgen einer falschen Einstellung.
Noch sinnfreier ist es jedoch, den Höchstmengenanschlag für die Rauchgrenze zu verdrehen! Das bringt für die Drehzahl auch rein gar nichts, nur vielleicht ein klein wenig mehr Leistung. Allerdings fliegt dann ein Gutteil des Diesels unverbrannt und wirkungslos als Ruß hinten beim Auspuff hinaus. Die Höchstmengenbegrenzung hat nämlich den Zweck, die Einspritzpumpe nur so viel fördern zu lassen, als der Motor auch verarbeiten kann.
Grundsätzlich liegen zwischen T 80 und T 84 lediglich drei Umdrehungen der Einstellhülse, sofern man von einer korrekten Einstellung als T80 ausgeht. Man benötigt also nicht einmal zwingend einen Drehzahlmesser (obwohl empfehlenswert), man braucht nur die Hülse um exakt 3 Umdrehungen herausdrehen = Erhöhung der Motordrehzahl.
Es muß kein Deckel abgenommen, und keinesfalls muß der Regler verstellt, oder der Höchstmengenanschlag ruiniert werden!

An die User, die (auch/noch) beim Mülli schreiben:
Bekanntlich darf ich dort niemanden helfen. Das muß ich so akzeptieren. Aber wie sieht es mit eurer Hilfsbereitschaft aus? Ist diese nicht vorhanden, oder fällt sie mir nur nicht auf?

Gruß F

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BeitragVerfasst: Montag 1. Februar 2016, 14:12 
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Hallo, kann ich mit dem Stellrad zur Nockenwelle den Einspritzzeitpunkt "voreinstellen"?
Da das Nockenwellenrad ja eine Schrägverzahnung hat, könnte man hier ja an den Steuerzeiten justieren?
Der Grund für meine Frage ist - meine ESP steht so hoch, dass man händisch nicht zum Einspritzen hochpumpen kann.
Die ESP möchte ich nicht öffnen, um die Reglerstange um einen Zahn zu verstellen.
Mein 18er läuft momentan auf 16,5° Förderbeginn.
Wenn ich nun den Förderbeginn mit den Stellmuttern am Rollenstößeln auf 19° einstellen würde - wäre die Pumpe in einer noch höheren Stellung.
(Mit einer Messuhr habe ich auch festgestellt, dass sich das Ventil nicht bei 11° sondern 10° bewegt.)
Hauptproblem: starker schwarzer Rauch beim Starten - wenn er dann rund läuft, selbst unter Vollast, keine Rauchentwicklung mehr.
Danke für Antworten und besten Gruß!


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BeitragVerfasst: Montag 1. Februar 2016, 17:42 
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Hallo!

Willkommen bei uns!
In dem Fall dürfte sich eine Kombination aus mehreren Denkfehlern breit gemacht haben ... :?
Die Stellschraube am Rollenstößel dient nicht zur Einspritzzeitpunkteinstellung, sondern zur Einstellung des Arbeitspunktes der Einspritzpumpe. Vielmehr ist ein korrekter Einspritzzeitpunkt und richtige Steuerzeiten Grundvoraussetzung für die Arbeitspunkteinstellung. Stimmt der Einspritzzeitpunkt von vorneherein nicht, wird dadurch blos der Plunger in eine Lage außerhalb des Wirkbereiches der Steuerkante gebracht (zu hoch oder zu tief). Wenn es dumm läuft, zu hoch, dann stößt es den Plunger ab, womit die Pumpe Kernschrott ist.
Dateianhang:
Steuerbohrung.jpg
Steuerbohrung.jpg [ 167.32 KiB | 5222-mal betrachtet ]
Die (Höchst)Einspritzmenge ist durch das Pumpenelement vorgegeben, und wird ausschließlich durch die Regelstange durch Verdrehen des Plungers verstellt. Der Drehbereich muß von der Abstellnut bis zum Vollhub alles umfassen, ein "Verstellen" der Regelstange um einen Zahn zur Hülse, in die die Kolbenfahnen eingreifen, wäre völlig widersinnig. Einzig der Arbeitspunkt (= Höhe/Position der Steuerkante) muß stimmen.
Dateianhang:
Abstellnut.jpg
Abstellnut.jpg [ 56.48 KiB | 5222-mal betrachtet ]
"Eingestellt" werden die Steuerzeiten (und somit auch der Einspritzzeitpunkt) ausschließlich durch die Stellung der Zahnräder zueinander. Es gibt nur eine richtige Stellung, dann paßt der Einspritzzeitpunkt und die Markierungen stimmen überein. Das habe ich hier schon einmal ausführlicher erklärt.
Das mit "schrägverzahnt" ist im Grunde genommen auch Quatsch, denn wenn die Wellen in ihrer Position axial verschoben werden, ändert sich die Stellung der Zähne zueinander nicht, was beim einen Zahnrad dazukommt, fällt beim Gegenzahnrad weg ... :whisopa:
Wegen der Rauchentewicklung beim Start:
Ein halbwegs korrekt eingestellter Motor kann normal ohne dem "Startknopf" an der Einspritzpumpe nur mit Standgas oder lediglich etwas Gas gestartet werden. Dann raucht er kaum bis gar nicht schwarz.

Gruß F

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BeitragVerfasst: Montag 1. Februar 2016, 22:02 
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Danke für die rasche Antwort.
Nach dem Betrachten der Schnittzeichnung ist klar, dass eine Verschiebung nichts bringt. Auch das Verstellen an der Lage des Nockenwellenrades würde keine Veränderung an der Drehstellung bringen - bin ich mir nun auch bewusst. Nur die Änderung an der Einstellung des Stößelrades verstehe ich nicht ganz. Die Hubarbeit wird ja durch die Nocke bewirkt. Wenn eine gewisse Hubarbeit geleistet wurde, wird eingespritzt. Stelle ich nun den Kolben höher, müsste nun ja früher eingespritzt werden - auf die Gefahr hin, dass der Hubweg zu groß wird und ein Bauteil irgendwo ansteht - wenn man es übertreibt.
Fakt ist, dass bei meinem Traktor die Markierungen stimmen, jedoch der Förderbeginn (habe diesen mit einem transparenten Röhrchen dn 1mm überprüft - das Ansteigen des Diesels konnte man gut erkennen) bei 16,5* beginnt. Oder stimmt das so und die 19*, die im Netz öfters genannt werden, sind falsch? Beste Grüße


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Februar 2016, 00:23 
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Hallo!

Die für den Förderbeginn im Internet kolportierten 19° sind schon richtig, genau wären es 21 bis 18° vor dem oberen Totpunkt. Auf einer Uhr gesehen wären das 3 ½ bis 3 Minuten vor 12.
Wie soll ich Dir die Einstellung der Steuerzeiten (das englische Wort dafür ist übrigens "timing") am besten erklären ... :?
Scheinbar haben sich dabei ja falsche Denkmuster festgesetzt. Der Vergleich mit der Uhr ist aber eh nicht schlecht, er bietet sich geradezu an ... :idea:
Angenommen der Zeiger (das ist beim Motor die Nocke und der Rollenstößel) muß immer um 3 ½ bis 3 Minuten vor 12 einen Kontakt berühren/überstreichen.
Nun geht diese Uhr um eine ½ Minute nach. Wenn Du nun versuchst, den Zeiger (den Rollenstößel) zu verlängern, damit er bereits um 3 ½ bis 3 Minuten vor 12 den Kontakt erreicht, so wirft das Probleme auf.
Erstens geht die Uhr trotzdem immer noch nach/falsch, zweitens besteht die Gefahr, daß der Zeiger, wenn er dann tatsächlich eine ½ Minute später den Kontakt erreicht, zu lange ist, am Kontakt ansteht, und die Uhr deswegen stehenbleibt.
Daher lautet die richtige Vorgehensweise:
Erst die Uhr auf die korrekte Zeit stellen (die Steuerzeiten müssen stimmen), und danach den Zeiger (den Rollenstößel) auf die richtige Länge justieren. damit er exakt den Kontakt (Einspritzzeitpunkt) trifft.

Die Steuerzeiten der Ventile des T84 sind übrigens:
E. ö. 11° v. OT
E. s. 41° n. UT
A. ö. 41° v. UT
A. s. 11° n. OT

Hier ist ebenfalls das richtige "Timing" durch die Steuerräder beschrieben. Ist zwar ein Perkins-Motor, das Grundprinzip ist dennoch ident.

Ich hege stark die Vermutung, daß die "Uhr" im Motor Deines 18er´s um einen Zahn nachgeht ... ;)

Gruß F

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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Februar 2016, 09:07 
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Hallo,
wo steht deine FB Markierung an der Pumpe, warum sollte diese falsch sein?
Ein Steigrohr ist nie exakt, da immer etwas zu spät, besser wäre eine Überlaufmethode.

Wenn er tatsächlich schwarz raucht, wird sich nichts ändern wenn der FB
geringfügig (+/- 1°) falsch wäre, da hast ein anderes Problem.

Gruß,
Pumpe


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Februar 2016, 10:10 
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Hallo Fadinger, danke für die Antwort! Das mit der Uhr muss ich erst mal verdauen - ich dachte bisher, dass auf dem Zeiger eine weitere Uhr sitzt, mit der man nachstellen kann. Zumindest ist mir jetzt klar, dass ich kurz davor bin/war, meine Pumpe zu zerstören. Beste Grüße!


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Februar 2016, 11:21 
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Hallo Pumpe,
der Strich am Plunger steht zum Zeitpunkt des Förderbeginns (Diesel steigt im Röhrchen) ca. 1mm ober der Mitte des Schaufensters am Pumpengehäuse. Am Gehäuse hab ich leider keine Markierung.

Beste Grüße!


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Februar 2016, 14:17 
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Fadinger hat geschrieben:
Das mit "schrägverzahnt" ist im Grunde genommen auch Quatsch, denn wenn die Wellen in ihrer Position axial verschoben werden, ändert sich die Stellung der Zähne zueinander nicht, was beim einen Zahnrad dazukommt, fällt beim Gegenzahnrad weg ... :whisopa:



So ganz einverstanden bin ich mit dieser Antwort nicht denn: man verschiebt ja nur das Nockenwellenrad. Stellen wir uns das Zahnrad auf der Kurbelwelle als starr vor - um nun das Nockenwellenrad in Richtung des Kühlers zu bewegen muss dieses verdreht werden da die Achsen ja horizontal und vertikal starr gelagert sind und somit verändert sich die Drehstellung der beiden Wellen zueinander. Im Betrieb wirken ja Radialkräfte durch die Schrägverzahnung somit wird das Nockenwellenrad immer Richtung Kühler in die Lagerung gedrückt. Durch diesen Zusammenhang denke ich, dass man die Steuerzeiten feinjustieren kann. Ich bin kein Maschinenbauer aber nach logischer Überlegung sollte es so funktionieren - oder hab ich einen Denkfehler?


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Februar 2016, 19:14 
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Hallo,
ich denke das ist OK.
Steigrohrmethode ist immer etwas zu spät und Strich ist meist annähernd
in der Mitte.
Warum willst Du das Rad neu erfinden?
Glaubst Du so ein Motor braucht eine Steuerung auf Zehntel Grade exakt :-)
Gruß,
Pumpe


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BeitragVerfasst: Dienstag 2. Februar 2016, 19:51 
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Hallo!
Beanat hat geschrieben:
... oder hab ich einen Denkfehler?
Den Denkfehler sollte man eigentlich bereits beim Betrachten des Bildes zweier ineinandergreifender schrägverzahnter Zahnräder bemerken ... ;)
Dateianhang:
Schrägverzahnung.jpg
Schrägverzahnung.jpg [ 94.11 KiB | 4903-mal betrachtet ]
Beanat hat geschrieben:
Stellen wir uns das Zahnrad auf der Kurbelwelle als starr vor ...
Darin ist wahrscheinlich auch Dein Irrtum begründet. Das Gegenzahnrad ist ja kein Fixpunkt, eine axiale Verschiebung einer einzelnen Welle bewirkt eine Drehbewegung an den Wellen zu gleichen Teilen in gegensätzliche Richtung. Die Veränderung (Deine "Feinjustierung") unterm Strich ist immer Null.
Aber zerbreche Dir darüber nicht weiter den Kopf, die Welle ist ohnehin nicht zum Verschieben gedacht, sondern hat ihren fixen Sitz, in dem sie von der Kugel (siehe Bild) gehalten wird.

Noch etwas zur Länge/Höhe des Rollenstößels ...
Steyr merkt in der Reparaturanleitung zu den Einzylindermotoren folgendes an:
Einbau der Einspritzpumpe
Vorarbeiten:
  • Paßstift auf Festsitz und Sitztiefe prüfen. Ein zu weit herausstehender Paßstift kann beim Festziehen der Pumpe eine Verspannung des Pumpengehäuses und Klemmen der Führungshülse verursachen.
  • Rollenstößel in den unteren Totpunkt stellen.
Einbau:
Dateianhang:
Strichmarken an der Einspritzpumpe Bild 1.jpg
Strichmarken an der Einspritzpumpe Bild 1.jpg [ 32.31 KiB | 4903-mal betrachtet ]
Der Einbau erfolgt in urngekehrter Reihenfolge des Ausbaues, wobei folgendes zu beachten ist:
  • Die Strichrnarke (siehe Bilder) auf der Führungshülse darf nur am unteren Rand des Schauloches gerade noch sichtbar sein. Steht sie höher, so ist die Stellschraube des Rollenstößels so weit einzuschrauben, bis die Strichmarke im Schauloch verschwindet (Bild 1). Vor dieser Überprüfung darf der Motor auf keinen Fall ganz durchgedreht werden, da Bruchgefahr für die Pumpe besteht.
...
Hier folgt dann der bereits oben beschriebene Einbau des Reglers. Mit dem Hinweis: "Zuerst überzeuge man sich durch einige Schläge mittels eines Leichtmetallharnmers auf das Ende der Nockenwelle, daß diese richtig in ihren Lagern sitzt."
...
Dateianhang:
Markierungen an der Einspritzpumpe Bild 2.jpg
Markierungen an der Einspritzpumpe Bild 2.jpg [ 31.17 KiB | 4903-mal betrachtet ]
Am Ende der Einstellarbeiten ist noch einmal deutlich angemerkt: "Schwungrad wieder zurückdrehen, bis der untere Totpunkt des Stößels erreicht ist. Die Strichmarke an der Führungshülse muß dann von der Markierung am Schauloch einen Abstand von 3 bis 4 mm haben. Diese Bedingung ist erfüllt, wenn die Strichmarke der Führungshülse gerade beim Schauloch-Unterrand verschwindet. Erst jetzt darf der Motor ganz durchgedreht werden."

Hast Du Dich an diese Hinweise gehalten?

Die 21 bis 18° gelten übrigens für die FM-Pumpe, der Förderbeginn einer Bosch-ESP wird auf 24 bis 21°, also "eine halbe Minute früher" eingestellt.
Ist das Timing der Steuerräder um einen Zahn falsch, dann geht die "Uhr" des Motors um 15° oder 2 ½ Minuten "falsch" ... ;)

Gruß F

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BeitragVerfasst: Mittwoch 3. Februar 2016, 10:47 
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wellenstellung1.png
wellenstellung1.png [ 356.17 KiB | 4844-mal betrachtet ]

Hallo Fadinger und danke für deine ausführliche Antwort. Bevor ich den 2.Teil deines Posts erfassen kann, möchte ich dennoch den konstruktiven bzw. geometrischen Gegenbeweis bezüglich der Wellenstellung antreten.
Ich hab die Situation einmal konstruiert.
Abb.1 und Abb.2: hier sehen wir schematisch die Kurbelwelle am OT und die Nockenwelle am Förderbeginn - vereinfacht beides auf 12 Uhr gestellt.
Abb.3: wir verschieben das Nockenwellenrad achsial wie durch den Pfeil gekennzeichnet
Abb.4: hier sehen wir in der Markierung, dass durch die reine Verschiebung ohne Drehung die Zähne überschneiden.
Abb.5: wir drehen die Welle sodass die Zähne wieder passen
Abb.6: hier erkennen wir, dass wenn die Kurbelwelle am OT steht (12 Uhr zeigt), die Nockenwelle kurz vor 12 Uhr steht.
Abb.7: um das ganze noch zu verdeutlichen, schieben wir das Nockenwellenrad noch weiter nach "hinten" und wir sehen, dass die Verzahnung ohne Drehbewegung nicht passt.
Abb.8: Wir führen die Drehbewegung aus
Abb.9: Wenn die Kurbelwelle am OT (12 Uhr) steht steht die Nockenwelle weiter vor 12 Uhr.

Ich habe die Schrägverzahnung stark gezogen, um das bildlich besser darstellen zu können. In der Natur sehen die Zahnräder so aus wie zuvor vom Fadinger gepostet - es ändert jedoch nichts am geometrischen Zusammenhang.


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BeitragVerfasst: Mittwoch 3. Februar 2016, 14:22 
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Fadinger hat geschrieben:

Noch etwas zur Länge/Höhe des Rollenstößels ...
Steyr merkt in der Reparaturanleitung zu den Einzylindermotoren folgendes an:
Einbau der Einspritzpumpe
Vorarbeiten:
  • Paßstift auf Festsitz und Sitztiefe prüfen. Ein zu weit herausstehender Paßstift kann beim Festziehen der Pumpe eine Verspannung des Pumpengehäuses und Klemmen der Führungshülse verursachen.
  • Rollenstößel in den unteren Totpunkt stellen.
Einbau:
Dateianhang:
Strichmarken an der Einspritzpumpe Bild 1.jpg
Der Einbau erfolgt in urngekehrter Reihenfolge des Ausbaues, wobei folgendes zu beachten ist:
  • Die Strichrnarke (siehe Bilder) auf der Führungshülse darf nur am unteren Rand des Schauloches gerade noch sichtbar sein. Steht sie höher, so ist die Stellschraube des Rollenstößels so weit einzuschrauben, bis die Strichmarke im Schauloch verschwindet (Bild 1). Vor dieser Überprüfung darf der Motor auf keinen Fall ganz durchgedreht werden, da Bruchgefahr für die Pumpe besteht.
...
Hier folgt dann der bereits oben beschriebene Einbau des Reglers. Mit dem Hinweis: "Zuerst überzeuge man sich durch einige Schläge mittels eines Leichtmetallharnmers auf das Ende der Nockenwelle, daß diese richtig in ihren Lagern sitzt."
...
Dateianhang:
Markierungen an der Einspritzpumpe Bild 2.jpg
Am Ende der Einstellarbeiten ist noch einmal deutlich angemerkt: "Schwungrad wieder zurückdrehen, bis der untere Totpunkt des Stößels erreicht ist. Die Strichmarke an der Führungshülse muß dann von der Markierung am Schauloch einen Abstand von 3 bis 4 mm haben. Diese Bedingung ist erfüllt, wenn die Strichmarke der Führungshülse gerade beim Schauloch-Unterrand verschwindet. Erst jetzt darf der Motor ganz durchgedreht werden."

Hast Du Dich an diese Hinweise gehalten?

Die 21 bis 18° gelten übrigens für die FM-Pumpe, der Förderbeginn einer Bosch-ESP wird auf 24 bis 21°, also "eine halbe Minute früher" eingestellt.
Ist das Timing der Steuerräder um einen Zahn falsch, dann geht die "Uhr" des Motors um 15° oder 2 ½ Minuten "falsch" ... ;)

Gruß F

Hallo und danke für die Informationen. Ich habe bisher noch gar nichts einstellt am Traktor - bin noch in der Informationsphase damit ich nichts falsch mache.
Bisher habe ich folgendes überprüft: Öffnungszeit vom EV mit aufgespannter Messuhr, Förderbeginn mit Messrohr und ich habe versucht die Einspritzmenge mit genormten Messrohr zu ermitteln.
Verstehe ich das richtig - die Strichmarke verschwindet in der untersten Pumpenstellung gerade noch beim Schauloch. Wenn das gegeben ist gibts auch keine Gefahr für die Pumpe in ihrer höchsten Stellung oder gibt es da noch Verstellmöglichkeiten in der Pumpe? In der Schnittzeichnung erkenne ich sonst kein Bauteil dass in der Höhe gestreckt werden könnte.
Bei mir ist eine FM 2.14 verbaut.

beste Grüße!


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BeitragVerfasst: Mittwoch 3. Februar 2016, 16:29 
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Beanat hat geschrieben:
... die Strichmarke verschwindet in der untersten Pumpenstellung gerade noch beim Schauloch. Wenn das gegeben ist gibts auch keine Gefahr für die Pumpe ...
Im eingebauten Zustand wohlgemerkt!
Das ist die höchst zulässige Stellung, alles tiefer geht OK, alles höher ist ein KO-Kriterium.
Ich dachte, Du hast Probleme, die Einspritzpumpe manuell zu betätigen, weil der Rollenstößel zu hoch steht?
Beanat hat geschrieben:
Der Grund für meine Frage ist - meine ESP steht so hoch, dass man händisch nicht zum Einspritzen hochpumpen kann.
Also wenn die Strichmarke an der Schaulochunterkante oder darunter steht, sollte man schon mit dem Schraubenzieher pumpen können.

Gruß F

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BeitragVerfasst: Mittwoch 3. Februar 2016, 21:11 
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Hallo, das ist der Punkt an dem ich schon seit dem Lesen deines Beitrages nachdenke. Bei mir verschwindet die Strichmarke zur Gänze und trotzdem steht sie so hoch, dass ich einen Schraubenzieher mit aufgewinkelter Spitze zum Pumpen brauchen würde. Bin da momentan ratlos.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 4. Februar 2016, 00:05 
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Wenn die Markierung im Schauloch verschwindet, beruhigt das schon mal ... :schwitz:
Beanat hat geschrieben:
... meine ESP steht so hoch, dass man händisch nicht zum Einspritzen hochpumpen kann.
Womöglich haben wir uns (deswegen) unbegründet ein Problem zusammengereimt.
Beanat hat geschrieben:
... trotzdem steht sie so hoch, dass ich einen Schraubenzieher mit aufgewinkelter Spitze zum Pumpen brauchen würde.
Eventuell sind wir ja nur unterschiedlicher Ansicht, wie das Pumpen mit dem Schraubenzieher funktioniert.
Ich drücke dazu eine halbwegs breiten Schlitzschraubenzieher schräg von unten zwischen den "Hut" auf der Stellschraube des Rollenstößels und der Führungshülse in der Einspritzpumpe, sodaß er zwar etwa einen cm nach hinten über die Stellschraube übersteht, aber noch nicht hinten am Pumpengehäuse ansteht. So kann ich mit dem Drehpunkt am Hut hebeln. Natürlich mit etwas Umsicht, um nicht den Sprengring in der Pumpe herauszureißen.

Noch etwas zum Rauchen beim Start:
Überprüfe die Funktion der Starthilfeeinrichtung, insbesonders des Hebels № 31 am Bild. Dieser wurde gerne außer Betrieb gesetzt oder entfernt, dadurch ist quasi der "Knopf" immer gedrückt. Das bewirkt, das der Motor schön schwarz raucht, da die Regelstange über die Rauchgrenze öffnet, und die Einspritzpumpe mehr fördert, als der Motor verbrennen kann. Der Knopf braucht (und soll) auch wirklich nur beim Kaltstart gedrückt werden.
Dateianhang:
T84 Starthilfe und Rollenstößel.jpg
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Weiters:
Da Du den Deckel zur Einspritzpumpe gerade offen hast, kontrolliere den festen Sitz des Führungsstiftes für den Rollenstößel, wasche mit Bremsenreiniger rundherum ab, und sichere ihn mit einen Lackpunkt. Einkleben, wie manchmal empfohlen wird, ist nicht nötig, es reicht vollkommen, wenn die Schraube durch Lack am selbsttätigen Herausdrehen gehindert wird.

Gruß F

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... wenn Du merkst, daß Du ein totes Pferd reitest, steig ab!


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