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 Betreff des Beitrags: Der ferne Regenwald und wir ...
BeitragVerfasst: Donnerstag 21. Januar 2010, 15:05 
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Kämpfer für das Forum
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Hier gehts zwar um Deutschland, aber ... BITTE !

Regenwaldvernichtung für deutsche Palmöl-Kraftwerke

In den kommenden Wochen plant die Bundesregierung eine erneute Änderung des Erneuerbare Energien Gesetzes (EEG). Die Hälfte des in Deutschland verbrauchten Palmöls wird in Blockheizkraftwerken (BHKW) verbrannt. Seit Jahren wird der Einsatz von Palmöl durch das EEG gefördert. Palmöl ist die größte Gefahr für Regenwald und Klima. In Indonesien gingen in den vergangenen Jahren 7,5 Millionen Hektar Regenwald pro Jahr verloren. Allein auf Borneo setzten die Rodungen für Palmölplantagen 84 Milliarden Tonnen CO2 frei. Bitte fordern Sie von der Bundesregierung, Palmöl sofort zu verbieten. Unterstützen Sie unsere Aktion und schicken Sie noch heute Ihre E-Mail ins Kanzleramt sowie an die Spitzen der Ministerien.
=> Protestaktion (Start: 21.01.2010)
https://www.regenwald.org/protestaktion.php?id=506


An
Bundeskanzlerin Angela Merkel
Bundesumweltminister Dr. Norbert Röttgen
Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle
Vorsitzende des Umweltausschuss des Deutschen Bundestages Eva Bulling-Schroeter


Sehr geehrte Frau Bundeskanzlerin Dr. Merkel,
sehr geehrte Herren Minister Brüderle und Röttgen,
sehr geehrte Vorsitzende des Umweltausschusses Frau Bulling-Schroeter,

am 21. Januar sprechen Sie mit den Vertretern der deutschen Energiewirtschaft über die Zukunft der Energieversorgung in Deutschland. Für mich gehört dazu, dass die schädliche Förderung von Palmöl als Energielieferant beendet wird.

50 Prozent des von Deutschland importierten Palmöls wird in Blockheizkraftwerken verheizt. Dies ist nur durch das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) möglich und rentabel.

Die Palmöl-Produktion hat katastrophale Folgen. Regenwälder und Torfmoorgebiete werden für die Anlage neuer Palmöl-Plantagen gerodet und trockengelegt. Die Artenvielfalt vernichtet und das Weltklima durch die massive Freisetzung von Kohlenstoff geschädigt. Die in den Gebieten lebende Bevölkerung wird ihrer Lebensgrundlagen beraubt, vertrieben und im Extremfall wie in Kolumbien sogar tausendfach ermordet.

Zwar hat die Bundesregierung nach Jahren des Missbrauchs nun mit dem Inkrafttreten der sogenannten Biomassestrom-Nachhaltigkeitsverordnung (BioSt-NachV) versucht gegenzusteuern, doch mit technischen Vorschriften lassen sich die Probleme im Regenwald von Südostasien, Südamerika und Afrika nicht beheben. Viele wichtige Faktoren sind darin überhaupt nicht berücksichtigt, wie beispielsweise indirekte Landnutzungsänderungen und soziale Themen wie der Einfluss auf die Landverteilung und Nahrungsmittelversorgung der Menschen in den Anbauländern. Auch das gewählte Massenbilanzsystem, das die Vermischung von zertifiziertem mit nicht zertifiziertem Palmöl zulässt, ist für mich ein Etikettenschwindel. Nachhaltig wird das Palmöl dadurch nicht.

Deutschland spielt im internationalen Palmöl-Handel eine nicht unbedeutende Rolle. Über 1,1 Millionen Tonnen wurden 2008 importiert. Die Herkunftsländer sind Indonesien (480.000 Tonnen), Kolumbien (120.000 Tonnen), Malaysia (100.000 Tonnen) und Papua Neuguinea (75.000 Tonnen). Weitere 345.000 Tonnen wurden aus den EU-Ländern – vor allem den Niederlanden – importiert, die aber alle keine Anbauländer von Palmöl sind. Deutschland ist mit einem Anteil von 39 Prozent der größte Importeur von kolumbianischem Palmöl.

Weiterhin täuscht die Bundesregierung seit Jahren die Öffentlichkeit über diese katastrophalen Auswirkungen ihrer Politik auf dem Gebiet der nachwachsenden Energierohstoffe. Auf den Webseiten von Landwirtschafts- und Umweltministerium sowie der Fachagentur für Nachwachsende Rohstoffe (FNR) werden Fotos blühender Rapsfelder gezeigt und gezielt der Eindruck erweckt, dass die eingesetzte Biomasse von deutschen Äckern stamme. Dort finden sich Angaben und Grafiken, die die Rapsanbaufläche in Deutschland für die energetische Nutzung beziffern, aber konkrete Angaben zu Palmöl sucht man vergebens.

Sie haben bei den laufenden Gesprächen die Chance, diesen gravierenden Fehler im EEG zu beheben. Ich bitte Sie, das EEG sofort zu ändern und das Verbrennen von Palmöl, Sojaöl und vergleichbaren Brennstoffen nicht mehr zu fördern sondern zu verbieten! Bitte fördern Sie stattdessen den Schutz des Weltklimas durch den Erhalt der Regenwälder und die Renaturierung der im Regenwald für Palmölplantagen abgeholzten Flächen. Zuletzt bitte ich Sie, detaillierte und konkrete Zahlen zu den Biomasseimporten für die energetische Nutzung einschließlich der gezahlten finanziellen Förderungen zu veröffentlichen.

Mit freundlichen Grüßen

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Jeder kann sich beteiligen, nicht nur deutsche Staatsbürger!


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