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 Betreff des Beitrags: Das große Artensterben
BeitragVerfasst: Donnerstag 9. November 2017, 12:29 
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Hallo!

Seit dem EU-Beitritt ist eine Form der Landwirtschaft im Umbruch, genauer gesagt im Zusammenbruch. Konkret geht es um die klassische Bewirtschaftung mit zweischnittigen Wiesen, Heuwerbung (Bodenheu), sowie Düngung mit Festmist und Jauche.
Mit den althergebracht wirtschaftenden Bauern verschwindet jedoch auch eine Vielzahl an diese Bewirtschaftungsart angepaßter Planzen, und mit ihnen die auf diese Pflanzen spezialisierten Insekten.
Alibimaßnahmen wie Blühstreifen und dgl. bringen nichts, oder verschlimmern die Situation sogar. So nimmt in Schutzgebieten mangels entsprechender Bewirtschaftung die Anzahl der darin lebenden Insekten und insbesonders die Artenvielfalt kontinuierlich ab. Das ist mittlerweile sogar durch Studien belegt.
Als Beispiel möchte ich den Schlangenknöterich ( https://de.wikipedia.org/wiki/Schlangen-Kn%C3%B6terich ) nennen, der noch vor 25 Jahren bei und überall anzutreffen war. Mittlerweile ist er aber mit den dazugehörigen Faltern so gut wie gänzlich verschwunden. Auch aus meinen Wiesen, obwohl nicht drainagiert wurde.
Kann diese Beobachtungen jemand widerlegen, oder muß er sie eher bestätigen?

Gruß F

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 Betreff des Beitrags: Re: Das große Artensterben
BeitragVerfasst: Donnerstag 9. November 2017, 18:11 
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mutig und hilfsbereit
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Da hast du in einigen Punkten schon recht. Was die gewachsenen Wiesen betrifft. Da hat sich auch bei den Zweischnittigen in den letzten Jahrzehnten viel geändert. In meiner Gegen haben die Wiesen bis in die 1970iger regelrecht gehungert. Man hat den Mist und die jauche auf die Äcker gebracht, und später auch auf die zu gebauten Äcker aus welchen man Kleegraswiesen gemacht hat welche sich mit der Zeit zu Dauerwiesen entwickelt haben. Meistens waren die Wiesen auch die steileren Wiesen, und man ist mit der üblichen Technik eher ungern hin gefahren. Auf unserem Betrieb war es so dass alles was mein Vater mit dem Mähbalken mähen konnte, gemäht wurde und die Kühe waren auf der Gstetten......mit der Folge dass es bald Steige dort gab. Im frühen Frühjahr wurde die Fläche ab geheizt, und so lief es sehr lange. Als ich mit der Bewirtschaftung begonnen habe, war es das erste mal dass im Herbst Jauche auf diese Flächen kam, mit dem Seitenverteiler vom Wiesenweg aus. Und es wurde dort geheut. Anfangs gab es die typischen Magerwiesenpflanzen wie Klappertopf, Margariten u.a., und mit der Zeit und viel Arbeit hatte ich auch die Steigerl weg.....Durch frühere Mahd, zweite Mahd, Herbstweide und vor allem inzwischen Gülle ist der Futterertrag gestiegen. Heute, nach der Verpachtung, wird wieder von leichteren Kalbinnen diese doch M1 und M2 Wiese beweidet. Im Herbst fährt mein Pächter mit dem Mulcher drüber. Der Zustand der Grasnarbe ist gut, und was nicht uninteressant ist, ein Imker hat bei mir einige Stöcke stehen und er meint dass er auch Wiesenhonig ausreichend zusammen bringt.

Wo ich dir voll und ganz recht gebe ist die für mich völlig unverständliche Blühstreifenregelung. Hier führt man der Öffentlichkeit eine Naturwirtschaft vor welche nur zu einem führt, Verunkrautung und gleichmäßige Verteilung von Unkrautsamen. Klüger wäre einen bestimmten % Anteil an Klee vorzuschreiben, und in der form dass dieser auch zeitlich passend genutzt werden kann.

Helga


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 Betreff des Beitrags: Re: Das große Artensterben
BeitragVerfasst: Samstag 11. November 2017, 13:24 
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Hallo!

Ja, richtig, der Mist wurde großteils für den Acker gebraucht. Aber nicht ausschließlich. Bei der Frühjahrs- und Herbstbestellung kam er auf´s Feld, im (Spät)Herbst wurde jedoch auch eine kleinere Menge - händisch - auf den Wiesen verteilt. Dafür kam bei uns die Jauche ausschließlich auf die - wohlgemerkt hofnahen - Wiesen. Mittels stationärer Pumpe, Verrohrung und Regner/händisch bedienten Werfer (System Bauer).
Es mag ja jetzt einen Haufen einzelne Maßnahmen bezüglich Natur/Umwelt/Artenschutz geben, es fehlt jedoch meines Erachtens ein ganzheitliches Konzept. Was bringt ein Blühstreifen, der letztendlich mit dem Mulcher niedergemacht wird?
Es macht ja schon einen Unterschied, ob mit Scheiben- bzw. Trommelmähwerk oder mit dem Messerbalken gemäht wird. Nicht nur für das "Niederwild" ... :roll:

Gruß F

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