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 Betreff des Beitrags: Saisonale Abkalbung & Erstkalbealter
BeitragVerfasst: Dienstag 31. März 2009, 08:38 
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Hallo!

Für all jene die sowohl "hüben als auch drüben" unterwegs sind, möchte ich die Themen saisonale Abkalbung und Erstkalbealter aufgreifen. Bei ersterem wird mir nämlich zuwenig auf die erforderliche Logistik eingegangen. Es ist eh schön und gut, wenn alle im Frühjahr kalben, die größere Anzahl Kälber läßt sich etwa dank Iglu´s handeln, als Milchlieferbetrieb muß ich mir aber auch Gedanken darüber machen, ob ich mit der stark schwankenden Milchmenge klarkomme. Es ist ja nicht nur, daß ich die größeren Menge im Frühsommer unterbringe, es muß auch gewährleistet sein, das ich die geringere Menge im Winter entsprechend kühlen kann.
Folgende Möglichkeiten habe ich dabei:
Abkalbung in zwei Gruppen (Frühjahr/Herbst)
Zwei Tankgrößen
"Lieferstreik" - ich stelle die Lieferung für einige Wochen ganz ein.
Dies wird aber zB. bei unserer Molkerei wegen der Tourenplanung nicht so gerne gesehen.
Ich halte es jetzt so, daß ich wieder etwas von der saisonalen Abkalbung abgerückt bin, sollen kommen, wie es ihnen gefällt, jedoch teile ich es mir so ein, daß in die Zeit von Mitte Oktober bis Mitte Februar keine Kälber fallen.

Zum Erstkalbealter: Dieses ist auch stark rassenabhängig. Bei den Milchrassen erscheint mir das propagierte niedrige EKA als übertrieben. Zu bald belegte Kalbinen bleiben als Kühe in der Entwicklung und Leistung zurück. Daher strebe ich ein EKA von 25 Monaten, nicht darunter, an.

Jerseyalm

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BeitragVerfasst: Dienstag 31. März 2009, 20:56 
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Zur saisonalen Abkalbung:

Davon halte ich nicht allzu viel, auch wenn sie sicher ihre Vorteile hat und irgendwo auch der Natur entspricht. Aber neben der schon angesprochenen Schwankung bei der Milchmenge ist ja auch bei der Kälbervermarktung das Problem gegeben. Derzeit werden mir die Kälber in der Adventzeit am Besten bezahlt, da kann ich aber bei reiner Frühjahrsabkalbung keine liefern.
Bei meinem Betrieb ist es wegen der Urlaubsgäste wichtig, das möglichst über das ganze Jahr immer kleine Kälber im Stall sind. Auch kann ich so leichter auf Zellzahlerhöhungen reagieren(die Milch eben an die Kälber verfüttern).

Erstabkalbealter bei mir etwa ab 24mon, kommt ganz auf die Entwicklung der Jungrinder an und ob ich schon Streß hab, die auf die Sommerweide zu treiben. Im Schnitt bin ich aber auch sicher über 25mon(hab keine genauen Zahlen bei der Hand)

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lg
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BeitragVerfasst: Mittwoch 1. April 2009, 10:11 
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rein wirtschaftlich gesehen ist die frühjahrsabkalbung kombiniert mit weidehaltung am optimalsten. die winterfütterung muss nicht hochwertig sein und 5 wochen keine kühlung und spülung ist vom stromverbauch ein serh interessanter faktor.
kälberpreise sind bei meinen hf sowieso irrelevant. milchlieferung funktioniert mittlerweile bei sehr vielen betrieben und alle können ja sowieso nicht auf vollweidehaltung umstellen.
einziger nachteil die hohe zz bei der ende der laktation


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BeitragVerfasst: Mittwoch 1. April 2009, 10:32 
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Hallo!

Ein Faktor, den man auch bedenken sollte, ist der Milchpreis. In den Wintermonaten (zum Teil) besser, im Frühjahr mit Beginn der Weidesaison gibt es meist "Saisonabschläge" ...

Gruß F

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BeitragVerfasst: Mittwoch 1. April 2009, 18:12 
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wintermilch ist teuer produzierte milch. bei einer vollkostenrechnung ist die vollweidehaltung mit saisonaler abkalbung absolut unschlagbar


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BeitragVerfasst: Mittwoch 1. April 2009, 21:00 
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Bei einer Vollkostenrechnung ist beim derzeitigen Milchpreis nur eine sofortige Einstellung der Milchwirtschaft unschlagbar... :mrgreen:

Also mir schmeckt die "Wintermilch" ab besten, da hab ich die höchsten Fettgehalte.
Ich kann mir nicht vorstellen, das Molkereien längerfristig eine Freude damit haben, wenn im Spätwinter kaum bis gar keine Milch angeliefert würde?(wegen der Vollkostenrechnung= Auslastung von Tankwagen und Produkionsanlagen)

Also bein Kälberpreis rede ich bei mir von einem Unterschied vom Sommerpreis von rd 5 euro zu einem Adventpreis von rd. 6,30 euro! Das macht pro Kalb etwa 130 Euro aus! Das ändert die Vollkostenrechnung gleich mal :idea:

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lg
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BeitragVerfasst: Mittwoch 1. April 2009, 21:08 
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Hallo!
agrarökonom hat geschrieben:
wintermilch ist teuer produzierte milch. bei einer vollkostenrechnung
ist die vollweidehaltung mit saisonaler abkalbung absolut unschlagbar
Das mag schon stimmen, in dem Zusammenhang muß man aber auch die Produktion von Milch aus Kraftfutter, vor allem von zugekauften Kraftfutter in Frage stellen. Und, Stichwort Vollkostenrechnung, bei der Differenz von 10 Cent zwischen Sommer- und Wintermilch schaut diese Rechnung wieder anders aus.

Gruß F

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BeitragVerfasst: Donnerstag 2. April 2009, 08:14 
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in den letzten jahren hat es bei bergland bei weitem keine solchen großen milchpreisdifferenzen zwischen sommer und wintermilch gegeben - letzte saison war zwischen dez und mai kein unterschied, im jahr zuvor 4 cent und dieses jahr sinds derzeit nicht ganz 3 cent


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BeitragVerfasst: Donnerstag 2. April 2009, 08:43 
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Hallo!

Schaut bei mir etwas anders aus. Beim Vergleich der letzten Jahre zwischen Dezember und Juni des Folgejahres komme ich Im Schnitt auf eine Differenz von mehr als 10,- Cent. Im WJ 2007/2008 waren es 13,- Cent. Allerdings ist der im Winter bessere Fettgehalt dabei nicht berücksichtigt.

Gruß F

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BeitragVerfasst: Donnerstag 2. April 2009, 10:38 
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bei hf-kälber ist der preis sommer wie winter im keller und daher nur unrelevante nebeneinnahmen. bei der anlieferung gibt es bei jenen vollweidehaltungsbetrieben keine probleme. ist auch klar, dass es nicht alle auf vollweidehaltung umstellen können. für diejenigen die die möglichkeit haben eine sehr interessante, kosten- und arbeitsminimierende arbeitsweise und sollte nicht pauschal verurteilt werden.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 2. April 2009, 11:09 
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zur information: vollweidetagung in nöchling

Vollweidetagung am 22.04.2009, Raumberg-Gumpenstein


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BeitragVerfasst: Donnerstag 2. April 2009, 12:16 
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Hallo agrarökonom!
agrarökonom hat geschrieben:
Vollweidehaltung - für diejenigen die die Möglichkeit dazu haben, eine sehr interessante, kosten- und arbeitsminimierende Arbeitsweise und sollte nicht pauschal verurteilt werden.
Eben! Jedoch auch nicht pauschal hochgelobt. Milch- und Kälberpreise sind Faktoren, die erwähnt werden müssen.
Aus dem "anderen" Forum weißt Du ja, das auch ich eine Low Input-Strategie verfolge und auch immer für die Vollweidehaltung plädiert habe. Den Faktor Kälberpreise "brauche" ich ebenso nicht berücksichtigen. Eine reine Frühjahrsabkalbung hat mir jedoch Probleme bereitet, mir steht es besser zu, die Kalbungen auf die ganze Weidesaison aufzuteilen, dafür habe ich mit Kälbergeburten im Hochsommer keine Schwierigkeiten.
Und wenn ihr die Kälber auf Frühjahr und Herbst aufteilt, ist die starke Schwankung der Milchanlieferung bereits entschärft.

Gruß F

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BeitragVerfasst: Mittwoch 8. April 2009, 21:52 
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Also ich hätte bei mir auch noch nie beobachtet, das die Geburten zu irgendeiner Jahreszeit besser oder schlecher ablaufen würden.
Wenn bei mir eine Kuh stiert, und es von Zeitpunkt her passt, wird belegt(ist eh nicht immer ganz einfach, bei mir zeitgerecht einen Besamer aufzutreiben).

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BeitragVerfasst: Mittwoch 8. April 2009, 23:28 
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leitn
da gratululier i dir dazua (obwohl i dir das sowia du des geschriebn hast nicht glaub)


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BeitragVerfasst: Donnerstag 9. April 2009, 13:41 
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wir hatten im sommer immer wieder probleme mit dem nachgeburtsverhalten und festliegen. kommst sonst eher selten vor, deswegen vermeiden wir sommerabkalbungen. seit dem ebb-kurs gibts keine belegprobleme mehr.


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BeitragVerfasst: Donnerstag 9. April 2009, 21:43 
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soamist hat geschrieben:
leitn
da gratululier i dir dazua (obwohl i dir das sowia du des geschriebn hast nicht glaub)


Wo liegt dein Unglauben? Bei mir kommen die Kälber übers Jahr verteilt (diesmal: 1xFeb, 1xMärz, 1xMai, 2xJuli und 1xAugust). Hab nur sechs Milchkühe, da ist jede Geburt noch was besonderes :mrgreen:
Ich hab sehr selten Probleme beim Abkalben, etwa die Hälfte kommen gänzlich ohne Hilfe zur Welt. Auch beim Nachgeburtsverhalten gibts keinerlei Probleme.
Auch punkto Kälbergesundheit gabs die letzten Jahre nie Schwierigkeiten.

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