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 Betreff des Beitrags: Verhältnismäßigkeiten !?!
BeitragVerfasst: Dienstag 10. März 2009, 16:20 
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Hallo!

Folgenden Artikel habe ich von der Hompage der IG-Milch aus der digitalen Pressemappe anlässlich der Pressekonferenz 10. März 2009: Zusammenbruch des Milchmarktes:

Verhältnismäßigkeiten !?!
Österreich hat eine Quote von 2.754.000 Tonnen.
Durch die unsinnigen Aufstockungen in den nächsten Jahren wird diese Milchquote noch erhöht.
Im Detail:
Für nächstes Jahr werden die Quoten um 1% plus ca. 1,7%, durch die Absenkung des Fettkorrekturfaktors (von 0,18 auf 0,09) aufgestockt.
Das heißt:
2.754.000 t + 1% + 1,7% = 2.754.000 + 27.540t + 46.818t = 2.828.358t
Dann wird noch dazu jedes Jahr die Quote um ein weiteres Prozent aufgestockt.
Das heißt:
2.828.358t +1% = 2.856.641,5t + 1% = 2.885.207,9t + 1% = 2.914.059,9t + 1% = 2.943.200,4t
Das bedeutet die Quote erhöht sich in den kommenden 5 Jahren um sage und schreibe 189.200,4 Tonnen.
Das ist mehr als die Quote der Bundesländer Kärnten und Burgenland zusammen!! Und das Ganze bei einem übersättigten Markt. Dabei ist noch gar nicht eingerechnet, was an zusätzlicher Quotenüberlieferung dazukommen kann, weil die neuen Rahmenbedingungen die Spekulation und die Überlieferung massiv begünstigen.
Die Lieferanten die jetzt keine Abnehmer haben liefern zusammen ca. 19.000t. Also in etwa ein Zehntel der Quotenaufstockungen.
Und bereits diese Menge ist derzeit am Überschussmarkt nicht unterzubringen!
Woher kommt der Optimismus, die Mehrproduktion unterzubringen?
Sind das Verhältnismäßigkeiten!?!


Im Anhang habe ich auch den "Offener Brief- Zusammenbruch des Milchmarktes" hochgeladen.

Gruß F


Dateianhänge:
1_offener%20Brief%2010-03-09.pdf [54.33 KiB]
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... wenn Du merkst, daß Du ein totes Pferd reitest, steig ab!
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 Betreff des Beitrags: Re: Verhältnismäßigkeiten !?!
BeitragVerfasst: Dienstag 10. März 2009, 17:46 
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Der Milchmarkt gehört reformiert, das sehe ich auch so.

Wie das ab besten geschehen soll, ist halt die schwierige Frage?
Das ist halt auch eine Frage des zusammenhaltes unter den (Milch-)Bauern!

Ein flexible Mengensteuerung ist sicher ein guter Ansatz, nur muß die halt mindestens auf EU-Ebene gültig sein. Zuglich braucht es auch eine gewisse abschirmung nach außen.

Hier gehört mm nach die Macht der WHO eingeschrängt!

Es gibt halt Länder, die können einen EU-Bauern preislich unterbieten, aber solage deren eigene Bevölkerung hungert, dürfen Lebensmittel nicht unbeschränkt zum Bestbieter verkauft werden.

lg leitn

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der mit dem Hang zum Hang... weil mache Sachen im Leben einfach steil sind!


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 Betreff des Beitrags: Re: Verhältnismäßigkeiten !?!
BeitragVerfasst: Montag 15. Juni 2009, 17:01 
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Bauernverband als Opfer - Veröffentlicht am 10. Jun 2009

Der Bauernverband (DBV), eine Organisation, die sich vor allem für die Interessen der Agrarindustrie einsetzt, setzt in der Außenkommunikation in jüngster Zeit immer mehr auf die Opferrolle. Die Albert Schweitzer Stiftung für unsere Mitwelt durchleuchtet einige der Tricks.

Beispiel Milch: Die Milchindustrie leidet angeblich an der Verhandlungsmacht des Lebensmitteleinzelhandels (LEH). Allein schon, dass sich die Struktur des LEHs in den letzten Jahren nicht grundlegend geändert hat, sollte den Beobachter stutzig machen: Warum soll der LEH jetzt auf einmal so mächtig geworden sein?

Der Kern des Problems liegt in Wahrheit größtenteils in der Überproduktion. Das wollen die DBV-Strategen allerdings nicht wahrhaben - zumindest nicht öffentlich. Anstatt die hausgemachten Probleme anzugehen, wurde sogar durchgesetzt, dass die Exportsubventionen für Milch wieder eingeführt wurden. Daran leiden zum Beispiel die Bauern in den ärmsten Ländern der Welt. Entgegen einiger Darstellungen wird nämlich auch der Export in diese Länder gefördert.

Um weitere Vorteile zu erkämpfen, nutzt der DBV auch noch das Kindchenschema: Verbraucher sollen eine elektronische Postkarte an den HDE schicken, auf der ein im Stall spielendes Kind abgebildet ist. Kritiker sagen, dass der DBV genau solche kleinbäuerliche Strukturen bekämpft und stattdessen die Konzentration auf industrielle Strukturen fördert. Kern der Aktion ist übrigens, dass die Verbraucher den Einzelhandel auffordern sollen, die Preise für Milch zu erhöhen. Dass Verbraucher sich über zu günstige Preise beschweren, wäre uns allerdings neu.

Beispiel Ampelkennzeichnung: Auch wenn die Ampelkennzeichnung von Lebensmitteln ihre Schwächen hat, kontert der Bauernverband mit haarsträubenden Argumenten. Die Ampel sei allein deshalb abzulehnen, weil angeblich gesunde Lebensmittel wie Fleisch und Butter nicht gut abschneiden würden. An dieser Stelle dürfen wir daran erinnern, dass die Deutsche Gesellschaft für Ernährung den hohen Fleischkonsum als einen Hauptgrund für Übergewicht identifiziert hat. Und was an Butter, die einen hohen Anteil an gesättigten Fettsäuren hat, so gesund sein soll, konnten wir auch noch nicht nachvollziehen.

Beispiel Wirtschaftskrise: Der DBV fordert ein eigenes Krisenpaket für die Landwirtschaft. Die Argumentation lautet ungefähr so, dass wenn notleidende Banken unterstützt werden, auch Bauern zusätzliche Steuergelder erhalten müssen. Volkswirtschaftlich gesehen ist die Lebensmittelwirtschaft allerdings eine der Branchen, die am wenigsten unter Rezessionen leiden. Das Argument, man brauche Hilfe in der Wirtschaftskrise ist also, freundlich ausgedrückt, stark vereinfacht.

Beispiel Schlachtabfälle: mehr dazu hier.

Wenn man bedenkt, dass die Agrarlobby die erfolgreichste Lobby in der EU ist, und dass fast das halbe EU-Budget in die Kassen der Landwirtschaft fließt, kann man sich über die neue Opferrolle nur wundern.

http://albert-schweitzer-stiftung.de/ak ... -als-opfer


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 Betreff des Beitrags: Re: Verhältnismäßigkeiten !?!
BeitragVerfasst: Montag 15. Juni 2009, 19:00 
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stets bereit
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Fish om gsüntan.

wisdom

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhältnismäßigkeiten !?!
BeitragVerfasst: Montag 15. Juni 2009, 20:59 
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@else

Zitat:
Beispiel Schlachtabfälle: mehr dazu hier.


Bei sorgfälltiger handhabe versteh ich ein Verbot der Fütterung von Schlachtabfällen nicht. Das hat jahrtausende gut funktioniert, warum sollte man heute alle tierischen abfälle Verbrennen? Hast du eine Ahnung, wie viel die Bäuerlichen kleinschlachter (Direktvermarkter) für die Entsorgung von Schlachstabfällen zahlen müssen? Für die Vernichtung wertvoller Lebensmittel?
"brrrrr" sagt der Lix dazu....

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lg
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 Betreff des Beitrags: Re: Verhältnismäßigkeiten !?!
BeitragVerfasst: Dienstag 16. Juni 2009, 08:06 
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I varbrenn nua di Fedan va di Hendl und des stingt scho gmua
den Mogn moch die Kotz.

Wisdom

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