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 Betreff des Beitrags: Der Bauer als Wettermacher
BeitragVerfasst: Samstag 25. September 2010, 15:56 
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Hallo!

Eine kleine Geschichte ...

Bauer Fabian

Gott kann alles. Nur eins kann er nicht: Das Wetter so lenken, dass es dem Bauern recht ist. Da lebte einmal ein Neunmalkluger, der prahlte, man möge ihm nur einen Sommer lang die himmlische Herrschaft überlassen, und er würde eine Ernte aus der Erde zaubern wie in den sieben fetten Jahren zu Ägypten. Und dem Herrgott seinem Knecht Petrus würde er es einmal zeigen, wann man den Schnee über das Dorf legen und wann man die Felder wärmen und feuchten solle. Unser Herrgott aber hatte feine Ohren, er hörte diese hochmütige Rede und nahm sich vor, der stolze Prahler drunten solle seinen Willen haben. Und am selben Tag noch klopfte einer mit einem langen krummen Stecken an das Tor des Bauern, der machte auf und sah einen Pilgersmann mit breitem Feuerbart und einem goldenen Ring um den Kopf, und der Pilger war der heilige Petrus.
"Fabian", sagte er, "wie möchtest du morgen das Wetter haben?" Und der Fabian blähte sich und sagte: "Das Korn soll schießen. Drum lass es fein regnen, Petrus, Tröpflein um Tröpflein, eins nach dem anderen, nicht zu hastig und hübsch langsam und ausgiebig. Und warm!" "Gut", sagte Sankt Petrus, und er schickte eine graue Wolke aus und ließ lau und nicht zu heftig das Wasser daraus rieseln.
Am Abend danach fragte er wieder beim Fabian an: "Und wie möchtest du es morgen haben?" -"Morgen?", sagte der Fabian. "Morgen lass die Sonne scheinen! Das Korn will es warm haben. Feucht und warm soll der Erdgrund sein, dann trinken die Würzlein doppelt so gern. Und mittags kannst du dreimal den Donner schlagen lassen. Aber ja nicht öfter!" - "Gut", sagte Sankt Petrus, und er hängte die Sonne aus und rüttelte zu Mittag dreimal den Donner und nicht öfter.
Und so hatte er Tag für Tag bei dem Fabian angeklopft, und der hatte das Wetter bestimmt und Sonne und Regen nach Herzenslust wechseln lassen, und die Saat ist wunderschön aufgegangen, und das Korn hat in Fülle geblüht und ist langsam golden geworden.
Der Fabian hatte geschmunzelt: "Freilich stünde es besser um die Welt, wenn der Herrgott von uns Bauern manchmal einen guten Rat annähme!" Aber als sie später das goldene Korn schnitten - potztausend - da riss der Fabian die Augen auf; denn in den tausend und abertausend Halmen steckte kein einzigen Körnchen. Nur Stroh hatten sie geschnitten, leeres Stroh! Und als am Feierabend der Sankt Petrus wieder am Zaun vorüberging, schrie der Fabian ihm nach: "Jetzt sag mir, warum das Korn missraten ist! Hast du es verhext?" Der Heilige strich sich den Bart: "Eines hast du vergessen, Fabian. Du hast den Wind nicht wehen lassen. Darum ist keine Frucht geworden."
Da schrie der Fabian voller Zorn: "Das hättest du mir auch zur rechten Zeit sagen können!" Der heilige Petrus aber lachte: "Ja, wer darf denn einem Bauern etwas dreinreden!" Und er hatte den Stecken weitergesetzt. Seit der Zeit hatte der Fabian nicht mehr übers Wetter gesprochen und war zufrieden damit, wie es unser Herrgott gemacht hatte.


Ursprünglich hatte der Bauer in der Geschichte einen anderen Namen. Den habe ich geändert. Nicht, daß jemand denkt, ich möchte auf etwas anspielen ... :teufel2:

Gruß F

_________________

... wenn Du merkst, daß Du ein totes Pferd reitest, steig ab!


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Bauer als Wettermacher
BeitragVerfasst: Samstag 25. September 2010, 16:55 
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Auch eine kleine Geschichte:

Einem armen Holzfäller war die Axt in den See gefallen, er saß am Ufer und jammerte.
Da kam ein Waldschrat (Geist) vorbei und fragte, warum der Mann traurig sei. Der erzählte ihm die Geschichte und der Schrat tauchte in den See und holte eine goldene Axt herauf.
„Ist das deine“? fragte er. „Nein, die gehört mir nicht“.
Zweiter Versuch. Der Schrat holte eine silberne Axt heraus. „Das ist aber deine, oder“?
„Nein Freund, auch die gehört mir nicht“. Der Schrat tauchte ein drittes Mal und holte nun eine alte eiserne Axt aus dem See.
Der Holzfäller jubelte: „Genau, dass ist meine Axt, ich danke dir“!
„Weil du ein ehrlicher Mann bist, schenke ich dir die beiden anderen Äxte auch noch“, sagte der Waldschrat.
So ging der Mann frohen Mutes nach Hause und erzählte seinem Weib von dem geheimnisvollen Fremden. Diese aber keifte: “Warum bist du nicht selbst in den See getaucht, wer weiß, was da noch alles unten liegt! Man dir nichts tun lassen, ich gehe selbst zum See, um zu tauchen“!
Die Alte kam aber nach mehreren Stunden nicht wieder, so ging der Holzfäller zum See, um sie zu suchen.
Wieder erschien der Waldschrat und fragte: „Na, ist deine Axt wieder verschwunden“? „Nein, diesmal ist wahrscheinlich mein Weib in den See getaucht und ist nicht wieder gekommen“.
Der Schrat taucht und kommt mit Claudia Schiffer wieder hoch. „Ist sie das“?
„Ja, ja das ist sie, danke lieber Freund, du bist wirklich gut“!
„Und du bist ein unverschämter Lügner und Betrüger, ich nehme dir die Äxte auch wieder weg, schäm dich. Hast du was zu deiner Entlastung zu sagen“?
Der arme Holzfäller senkt den Kopf und murmelt: „Klar, ich hätte gesagt, dass das nicht meine Frau ist, du wär´st in den See gegangen und mit Veronika Ferres wiedergekommen. Ich müsste ebenfalls verneinen, dass sie meine Frau ist. Dann holst du mir meine Alte hoch und schenkst mir für meine Ehrlichkeit die beiden Anderen auch. Du verschwindest wieder in deinen Wald und ich kann meiner Alten erklären, wo ich die Weiber her habe“!

_________________
Der kleine Landwirt ist die Seele der Erde. Seine Rechte sind legitim-einverstanden?
Aber es ist nicht nett, ihn zu bitten zu verstummen.....also?
Wird die Welt das Opfer sein!
(Jean NOLLE, 1989)

Des Bauern Hand erhält das Heimatland!

Gruß, Lutz!


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 Betreff des Beitrags: Re: Der Bauer als Wettermacher
BeitragVerfasst: Samstag 25. September 2010, 21:31 
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Wirklich gut eure Geschichten, die von Fadinger kannte ich bereits aber die von dir, Felix ist mir neu ;)

Toll finde ich, dass solche Geschichten früher das Fernsehen und die gesamten Medien ersetzt haben!


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